CD-Tipp

TREASURE HUNT – The Good, The Bad And The Innocent


Lauschangriff – KW 12/23

TREASURE HUNT – The Good, The Bad And The Innocent

(Tight-Records, VÖ 01.03.2023)

Bisher standen alle Album-Veröffentlichungen von TREASURE HUNT leider – etwas zu Unrecht – immer im Schatten der Soloalben von TIGHT-Bandleader/ Gitarrist STEPHAN GEORG. Dieser Umstand dürfte sich mit dem dritten Streich, der auf den interpretationsreichen Titel „The Good, The Bad And The Innocent“ hört, nun aber schlagartig ändern.

Musikalisch bewegt sich das Studio-Projekt um Sänger Martin Brendler (ex-TIGHT) und Gitarrist Stephan Georg irgendwo in der Schnittmenge zwischen ACCEPT, RUNNING WILD und GRAVE DIGGER. Also, im gepflegtem Heavy Rock/ Heavy Metal im Stile der 80er, der allerdings zu keiner Zeit angestaubt oder gar plump abgekupfert klingt, sondern das Flair der genannten Bands – gepaart mit der erfrischend-druckvollen Portion ‚Eigensinnigkeit‘ des Duos – erfolgreich in die Gegenwart transportiert. Angefangen vom Opener „Get Back Up“, der etwas an die wilden Anfangstage von ACCEPT erinnert, und „The Devil Plays On“, über die fesselnde Powerballade „Won’t Let You Down“, die anstandslos auch auf einer neuen U.D.O.-Scheibe eine verdammt gute Figur machen würde, bis hin zum extrem eingängigen und mitreißenden Titeltrack, der RUNNING WILD-Kapitän Rolf Kasparek alias Rock’n’Rolf wahrscheinlich vor Neid erblassen lassen dürfte. In der aggressiv-knackigen Abschlussnummer „And If You Don’t Have Anything To Say“ macht sich dann tatsächlich auch noch ein zarter Hauch von Blackie Lawless & Co. breit.

Fazit: Ohne „Like A Hurricane“ (2020) oder „Worship The Heroes“ (2021) ihre Daseinsberechtigung absprechen zu wollen, muss man doch unumwunden attestieren, dass die ersten beiden Alben neben „The Good, The Bad And The Innocent“ einfach etwas ‚matt‘ wirken. Dies beruht aber nicht nur allein auf der Tatsache, dass man sich für das Mastering vertrauensvoll in die Hände von Torben Enevoldsen, mit dem Stephan Georg bereits bei seinen letzten beiden Soloalben beste Erfahrungen gemacht hat, sondern weil das eingeschworene Duo in allen Belangen einen richtig guten Job abgeliefert hat und deutlich abwechslungsreicher als auf den Vorgängern agiert.


Bewertung: 4,5 Chicks = Spitzen Album, mischt definitiv weit oben mit!