CD-Tipp

L & M – Schizophonie


Lauschangriff – KW 29/19

L & M – Schizophonie

(Eigenproduktion/ VÖ: 19.01.2019)

Den Stammzuhörern meiner Sendung ‚Easy Monday’ dürfte mein Faible für Acoustic Rock als auch Dialekt Rock – ins besonderer dem Boarischen – hinlänglich bekannt sein. Beides in perfekter Kombination zelebriert das Gitarren-Duo L & M mittlerweile seit sieben Jahren. Nach zwei EPs („Wenn ned heit“/ 2012; „Zwoa“/ 2014) und ihrem Debütalbum „Auszeit“ (2016) haben die Fürstenfeldbrucker zu Beginn diesen Jahres mit „Schizophonie“ den langerwarteten Nachfolger veröffentlicht, der mir erst vor ein paar Wochen in die Hände gespielt wurde.

Bereits nach dem Opener „Danke, mir geht’s guad“, der mich sofort an die Glanzzeiten der SECOND HAND BAND erinnert hat, war mir klar: „Schizophonie“ ist ein unabwendbarer Aspirant für meinen ‚Lauschangriff’. Während der insgesamt 11 Song (+ Intermezzo „Der Pollenflug“) gehen Lars Gillmaier (Gesang & Gitarre) und Markus Lechner (Gitarre & Gesang) mal nachdenklich („Du und I“ im Duett mit Tamara Kraus) oder melancholisch („Manchmoi“), mal sarkastisch („Toni & Steffi“), aber auch heiter („Masterplan“) und lustig zuwerke. Meine Lieblingstücke auf diesem Album sind allerdings „Mei Traum“ und das schmissige „Like“, in dem L & M der allzeit bereiten Social Media-Gesellschaft mit großer Raffinesse ungeniert den Spiegel vorhält, sowie das countrylastige „I kannt wenn i woit“, in dem sich bestimmt jeder von uns irgendwie ‚a weng’ wiedererkennt, und das relaxte – fast schon naive – „A guade Zeit“. Außerdem sollte man dem beschwingt-latenten „No ned reif“ unbedingt Gehör schenken, denn hier machen die beiden Musiker unmissverständlich klar, dass gerade in unserer Generation doch allzu oft auf ziemlich hohen Niveau gejammert wird.

Kurzum: „Schizophonie“ ist ein äußert kurzweiliges und lebensnahes Acoustic Rock-Album geworden, das zudem noch richtig gut produziert ist. 2x Gitarre, 2x Gesang… mehr braucht’s ned!


Bewertung: 4,5 Chicks = Spitzen Album, mischt definitiv weit oben mit!