CD-Tipp

GREGOR EICHINGER –  A bisserl Lebn’


Lauschangriff – KW 19/19

GREGOR EICHINGER –  A bisserl Lebn’

(Claudy Records, VÖ 29.03.2019)

Eigentlich war ich der felsenfesten Überzeugung, dass in absehbarer Zeit ein reines Instrumental-Album von GREGOR EICHINGER bei mir auf dem Schreibtisch landen würde, hat doch der Gitarrist dies selbst in den letzten Jahren immer wieder mal verstärkt durchblicken lassen. – Aber weit gefehlt, stattdessen verblüfft er uns – fünf Jahre nach dem letzten GREX-Album „House Of Music“ – mit einem erfrischend-knackigen PopRock- und Blues Rock-Album im bayrischen Slang. Da werde ich als passionierter Mundart Rock-Freak logischerweise sofort hellhörig und bereits nach dem ersten Hördurchgang stand fest: „A bisserl Lebn’“ ist – ohne wenn und aber – ein klarer Fall für meinen ‚Lauschangriff’.

Bereits mit dem bluesy-groovenden Opener „Du & I“, weiß der Bad Reichenhaller Gitarrist und Sänger nicht nur zu überzeugen, sondern hat mit seinen erstklassigen Jodel-Parts auch gleich die allererste faustdicke Überraschung parat. Während in der folgenden Hammer-Ballade „Schwerelos“ ein Hauch a la HUBERT von GOISERN – gepaart mit raffiniert eingewebten Flamenco-Part – mitschwebt, lässt sich bei „Sensationell“, das mich in punkto Chöre ein klein wenig an „Hold On“ aus dem bereits eingangs erwähnten Album erinnert, ein gewisser Charme der Marke UDO LINDENBERG nicht verleugnen. Mit „I Like“ folgt dann auch schon die nächste Überraschung auf dem Fuß. In dieser extrem lässigen Reggae-Nummer gibt er sich äußerst gekonnt als der BOB MARLEY vom Predigtstuhl. Rockig-flockig geht’s nach bedrohlich anmutenden Intro mit „Stürmische Zeiten“ mächtig hitverdächtig zur Sache, gefolgt von der ersten Videosingle-Auskopplung „S’Lebensradl draht se“, bei der irgendwie die DIRE STRAITS unterschwellig mitswingen. Dass der vielseitige Musiker auch vor Synth-Sounds nicht zurückschreckt, zeigt sich mehr als deutlich – und überdies hinaus auch noch äußerst fachgerecht – im Titeltrack, der als coole Dancefloor-Nummer – ausgefuchst garniert mit quirligen Gitarrensoli – ums Eck pulsiert. Dann wären wir auch schon bei meinen beiden absoluten Lieblingsnummer auf dieser Scheibe angelangt: das ist zum Einen der grenzenlos geile Bluesrocker „Hurra de Gams“ (ZZ Top-like) und zum Anderen der wunderschöne und bedingungslos eingängige Melodic Hard Rocker „Für immer & ewig“. Zum Abschluss lässt er mit dem chillig-verträumten „Hängemattn’ Song“ – versehen mit einem gehörigen Augenzwinkern – nochmals den lässigen Rastaman raus und krönt damit das Album zum Soundtrack für den sehnlich erwarteten Sommer 2019.

Lange Rede, kurzer Sinn: GREGOR EICHINGER hat mit „A bisserl Leben’“ ein wahres Juwel bayrischer und bodenständiger PopRock- und Blues Rock-Kunst geschliffen, welches er zudem noch gänzlich im Alleingang komponiert, eingespielt und produziert hat. Trotzdem hat man zu jeder Sekunde das Gefühl, dass hier eine komplette Band zugange ist. Hallelujah, sog i! 😀


Bewertung: 5,5 Chicks = nur denkbar knapp an der Höchstnote vorbei, wir knien vor Ehrfurcht nieder!!!