CD-Tipp

DORO – Forever Warriors, Forever United


Lauschangriff – KW 37/18

DORO – Forever Warriors, Forever United

(Nuclear Blast, VÖ 17.08.2018)

Leute, wie rasend schnell doch die Zeit vergeht! Es sind doch tatsächlich schon wieder sechs Jahre seit dem letzten echten Studioalbum („Raise Your Fist“/ 2012) von DORO ins Land gezogen. Zwar wurde uns als Überbrückung im letzten Herbst mit „Für Immer“ eine recht amtliche Zusammenstellung ihrer deutschsprachigen Songs (inkl. drei neuer Nummern) über ihr eigenes Label Rare Diamonds Records kredenzt, aber eben kein ‚vollwertiges’ neues Album. Dies holt die Düsseldorferin nun mit ihrem 20. Studioalbum mehr als gebührend nach, denn im Grunde genommen veröffentlicht DORO mit „Forever Warriors, Forever United“ gleich zwei für sich eigenständige Alben. Eben zum einen „Forever Warriors“, in dem sich DORO als unbeugsame Verfechterin in Sachen Heavy Metal präsentiert und zum anderen „Forever United“, auf der sie sich von ihrer eher empfindsamen, grundehrlich emotionalen Seite zeigt.

Eröffnet wird „Forever Warriors“ von „All For Metal“, einer Stadion-Hymne, die in Zukunft vielleicht neben einem Klassiker wie „All We Are“ eine feste Institution in der Live-Setlist werden könnte. Dem stehen auch solche Party-Kracher wie „Blood, Sweat & Rock ’N’ Roll“ oder Groover wie „Backstage To Heaven“ in nichts nach. Zudem gesellt mit „If I Can’t Have You, No One Will“ (Duett mit AMON AMARTH-Haudegen Johan Hegg) eine ungeahnt rabiate Nummer, in der Frau Pesch eine unglaublich dämonischen Dynamik an den Tag legt. Anderseits hat man aber DORO auch nur sehr selten so zerbrechlich wie bei „Black Ballad“ (einer von drei Bonustracks auf „Warrior“) gehört.

Auch wenn auf der zweiten Scheibe die gefühlvolleren Songs enthalten sind, heißt es nicht, dass hier nur (Halb-)Balladen am Start sind, oder DORO gar mit gebremsten Schaum zur Sache geht. Nein, denn schon der Opener „Résistance“ offenbart sich als Live-Kracher allererster Güte. Ebenfalls richtig knackig geht bei „Fight Through The Fire“ die Post ab und auch „Love Is A Sin“ entpuppt nach mystischen Intro als beschwingte und schwärmerische Midtempo-Nummer, die richtig Laune macht. Natürlich liegt das Schwergewicht auf „United“ unüberhörbar bei den ruhigeren Momenten wie z. B. der Powerballade „Living Life To The Fullest“, die dem unvergessenen Lemmy Kilmister gewidmet ist, oder dem extrem gefühlvollen „1000 Years“. Außerdem hat DORO dem MOTÖRHEAD-Klassiker „Lost In The Ozone“ geschickt neues Leben eingehaucht und mit dem punkigen „Metal Is My Alcohol“ (Bonustrack) kommt auch der Spaß auf dieser Scheibe nicht zu kurz.

Fazit: Auch wenn beide Scheiben sehr gut für sich allein stehen können, gehören sie dennoch untrennbar zusammen, da sie sich zu einem abwechslungsreichen und nahezu vollkommenen Meisterwerk vereinen. Für mich als WARLOCK-Fan der ersten Stunden ist „Forever Warriors, Forever United“ das beste Album in der nun schon über 3½ Dekaden andauernden Erfolgsgeschichte von DORO. Die Frau ist und bleibt ein Phänomen!


Bewertung: 5,5 Chicks = nur denkbar knapp an der Höchstnote vorbei, wir knien vor Ehrfurcht nieder!!!