CD-Tipp

Lord Of The Lost – Thornstar


Das Album der Woche – KW 34/2018

Lord Of The Lost – Thornstar
(Napalm Records, V.Ö. 3.8.2018)

„Dark Rock and Metal“, so einfach wie genial treffend beschreiben die St. Paulianer Lord Of The Lost ihren Stil selbst. Gothic meets Metal meets große Rock-Melodien. 2007 urspünglich als Soloprojekt von Sänger und Gitarrist Chris Harms gegründet, legt die Band 2018 nun ihr bereits achtes Studioalbum vor und nach dem konzeptuell sehr ruhig gehaltenen Vorgänger „Swan Songs II“ kommen auf dem neuen Werk „Thornstar“ die Gitarren wieder richtig fett zum Einsatz.

„On This Rock I Will Build My Church“, diese Worte knurrt Harms gleich zu Beginn richtig schön fies ins Mikro und eröffnet damit den gleichnamigen Opener und eine richtig schöne Gothic Metal-Hymne. Darkwavige Strophen mit stampfendem Beat werden von einem epischen Metal-Chorus ganz im Stile von Bands wie Pain oder Deathstars abgelöst. Und diese Gangart zieht sich wie ein roter Faden durch das Album: der Gothic- und der Metal-Anteil halten sich in etwa die Waage, elektronische Rhythmen und Keyboardflächen duellieren sich mit harten Gitarren und Doublebass-Drumattacken.

„Morgana“ ist so ein Beispiel: Deine Lakaien-Strophen treffen auf Moonspell-Refrains… ohne die genannten Bands irgendwie zu kopieren. Lord Of The Lost brauen sich aus den vorhanden Zutaten ihre ganz eigene Mixtur, und die hat es ordentlich in sich. „Haythor“ ist eine wunderbare Wave-Hymne, der man einen rasanten Black Metal-Mittelpart verpasst hat, „Under The Sun“ packt alle klassischen Merkmale des 90er Gothic- und Industrial Metals unter einen Hut. Und das abschließende „Ruins“ packt nochmals die Mischung aus großen Melodien und hartem Metal-Geballer aus.

Fazit: Manchem Metaller mag das Material zu gothiclastig sein und umgekehrt vermutlich genauso. Aber die Mischung hat ihren ganz speziellen Reiz und wer mit beiden Musikstilen klarkommt, der bekommt mit „Thornstar“ ein grandioses Album serviert, das mit großen Momenten, mit kleinen Hits und mit Kreativität nur so um sich wirft. Lord Of The Lost gelingt hier die Vereinigung von zwei Welten überzeugend und absolut authentisch. Tolles Album!


Bewertung: 4 Chicks = Spitzen Album, setzt sich deutlich von der Masse ab!