CD-Tipp

Dee Snider – For The Love Of Metal


Das Album der Woche – KW 32/2018

Dee Snider – For The Love Of Metal
(Napalm Records, V.Ö. 27.7.2018)

Ein Album, das man alleine schon aufgrund seines schönen Titels „For The Love Of Metal“ lieb haben muss! Ein Titel, der natürlich auch Erwartungen schürt, die es zu erfüllen gilt. Aber Twisted Sister-Frontmann Dee Snider ist ja nicht irgendwer, sondern ein alter Hase in der Szene, der ganz genau weiß, was er macht und wie er es gut macht.

Der Opener „Lies Are A Business“ ballert gleich mal amtlich mit Doublebass-Power los und bietet einen fulminanten Einstieg in das Album. Und der Metal wird hier in der Tat großgeschrieben. Natürlich hört man Dee Snider seine Twisted Sister-Vergangenheit an allen Ecken und Enden an, was ja auch gut und richtig so ist, aber „For The Love Of Metal“ ist trotzdem ein gutes Stück härter, grooviger und schlichtweg moderner. Das wird auch gleich beim zweiten Track „Tomorrow’s No Concern“ deutlich, der frisch und knackig aus den Boxen groovt, oder bei „American Made“, das zum Teil etwas an Godsmack erinnert. Stillsitzen ist hier nicht drin! „Roll Over You“ ist ein Accept-Style-Headbanger allererster Güte, „I’m Ready“ erhöht dann nochmal die Schlagzahl.

Es ist in der Tat die pure Liebe zum Heavy Metal, die sich durch das gesamte Album zieht. Klar, Dee Snider erfindet hier den Sound nicht neu, das dürfte aber auch gar nicht seine Intention gewesen sein. Er zieht vielmehr alle Register des klassischen 80er-Heavy Metals und setzt sie sowohl kompositorisch als auch produktionstechnisch in einen top modernen Kontext, wofür auch der fette Breitwand-Sound von Produzent und Hatebreed-Frontmann Jamey Jasta sorgt. Und das gelingt ihm so gut, dass sowohl Fans von Judas Priest als auch von Five Finger Death Punch ihre helle Freude haben werden. Klingt komisch? Ist aber so! „Running Mazes“ z.B. groovt wie Disturbed, „Become The Storm“ packt dagegen klassische Riffs und einen großartigen Stadion-Rock-Chrorus auf den Tisch. Mit „Dead Hearts (Love Thy Enemy)“ gibt es sogar noch ein Duett mit niemand geringerem als Arch Enemy-Frontlady Alissa White-Gluz, die man hier einmal ganz sanft und clean singen hört. Und der abschließende Titeltrack fasst das ganze dann als astreine Power Metal-Hymne noch einmal zusammen. Einfach klasse!

Fazit: Dee Sniders Liebeserklärung an den Heavy Metal ist durch und durch authentisch, kommt direkt aus dem Bauch, bietet tolle Songs mit einer riesigen Portion Spielfreude und klasse Mitgröl-Melodien. „For The Love Of Metal“ baut eindrucksvoll die Brücke vom klassischen 80er-Hard’n’Heavy-Sound zum heutigen Modern Groove Metal und beweist, dass beide Lager doch mehr gemeinsam haben, als so mach einer glauben möchte! Also: Bier aufgemacht und dem Metal gehuldigt, zack zack!


Bewertung: 5 Chicks = Rockt gewaltig, Anwärter zu den Top Alben des Jahres!