Konzert, Roxxy's Blog

BANG YOUR HEAD!!! 2018 – Tag 1

Der Sommer 2018 ist immer noch in vollem Gange, das Thermometer in Munich Rock City zeigt schlappe 32 Grad – angeblich bewölkt, davon merkt man absolut nichts hier im Headquarter der Rock Chicks, es ist „Hotter Than Hell“ und das war das BYH 2018 auch!

Das BYH ist nicht einfach nur ein Festival, es ist so viel mehr: man kommt um Freunde zu treffen, die man lange nicht gesehen hat und um Bands zu sehen, die nicht an jeder Ecke spielen. Ich hör die Kritiker schon schreien, dass Accept in den letzten Jahren quasi auf jedem Acker gespielt haben, der sich Festival schimpft. Natürlich braucht es Publikumsmagneten wie Accept, Europe oder Powerwolf, denn es gibt noch genug Fans, die große Bands sehen und bekannte Hymnen mitschmettern wollen. Ich persönlich komme nicht wegen der Headliner, ich freue mich darüber am Nachmittag Bands wie Eclipse, Striker oder Reckless Love zu sehen.

Das macht für mich das BYH aus!


Bevor ihr euch jetzt rein stürzt, noch eine kurze Anleitung für meinen Blog. Ich schreibe so wie ich es selbst auch gerne lese, ich will nichts von jemandem lesen, der ohne Herz und persönlichen Eindrücken und Empfinden schreibt, in erster Linie bin ich Fan und als solcher berichte ich.

Und natürlich hatte ich mein Roxxymeter dabei:

Das Roxxymeter ist meine ganz eigene Bewertungsskala für Live-Auftritte. Im Großen und Ganzen werden folgende Kategorien mit bis zu 6 Roxxys belohnt:

Stage Acting, Outfit, Sympathie, Stimmung (auf und vor der Bühne), Spielfreude und natürlich das musikalische Können und die technische Umsetzung (was nützt die tollste Optik und Bühnenshow, wenn der Sound schlecht ist)

Manche Randbemerkungen sind allerdings bitte unbedingt mit einem zwinkernden Hühnerauge zu sehen.


Eclipse

Fast pünktlich zu Eclipse war ich auf dem Gelände und das war um diese Uhrzeit (13:30 Uhr) schon recht ordentlich gefüllt. Zu Recht, denn Eclipse sind einfach immer ein Genuss und wissen auch auf der großen Outdoor-Bühne absolut zu überzeugen. Egal ob Ballade oder schneller Melodic-Knaller: Eclipse können alles. Das Publikum ist erstaunlich textsicher und feiert trotz der Hitze gebührend ab.

Apropos Hitze, die wurde Erik Mårtensson fast zum Verhängnis, wer geht auch bei solchen Temperaturen mit Lederjacke auf die Bühne. Cool aussehen hin oder her, wenn es so heiß ist, da saugt sich so eine Lederjacke am Körper fest – das wurde uns beim Versuch, sich der Jacke zu entledigen eindrucksvoll vorgeführt.

Die Schweden haben sich in den letzten Jahren gewaltig nach vorne gespielt und heute haben sie einen weiteren großen Schritt gemacht. Das war für mich DER perfekte Einstieg ins BYH 2018.

Roxxymeter: Ich mach es kurz und schmerzlos: 6 Roxxys! Alles perfekt, mega Stimmung auf und vor der Bühne, gut gelaunte Band, gut gelauntes Publikum, musikalisch 1A und auch optisch ein Schmankerl!


Reckless Love

„Yksi, Kaksi – Yksi, Kaksi – Yksi, Kaksi“ tönt es von der Bühne und amüsiert alle Anwesenden. Was ist da denn los? Ahhh, Soundcheck auf finnisch:-)

Olli Herman (Vocals) weiß sich perfekt in Szene zu setzen und springt über die Bühne wie ein junger Gott. Mr. Hüftschwung heizt uns ein, da bleibt kein Höschen trocken. Mir persönlich sind die Songs auf Dauer zwar ein bisschen zu cheesy, aber bei solchen optischen Leckerbissen macht man schon mal eine Ausnahme.

Roxxymeter: Wie bewerte ich denn jetzt diesen Auftritt? Musikalisch ist das natürlich nicht die Königsklasse, soviel ist klar, aber der Unterhaltungswert war auf jeden Fall sehr hoch. Für diesen sehr kurzweiligen und sexy Auftritt gibt es 5 Roxxys.


Ich sags gerade raus, ich war natürlich auch zum Feiern da und darum habe ich die nächsten Bands mehr aus dem Hintergrund wahrgenommen. Außerdem bin ich nicht in allen Schubladen zu Hause und kann nicht zu jeder Darbietung ein gerechtes Urteil abgeben.

Mit Alestorm zum Beispiel kann ich gar nichts anfangen. „True Scottish Pirate Metal“? Oh mein Gott, aber da stehen mir schon alleine von der Beschreibung die Federn zu Berge. Unser Michi Miraculix steht ja total auf die Jungs, der lyncht mich sicher für meine Unfähigkeit diesen Stern am Metalhimmel zu würdigen. Sympathisch sind die Jungs in jedem Fall und sie nehmen sich selbst nicht ernst. Obwohl das Bühnenbild schon der absolute Knaller ist, das muss man sich erst mal trauen.

Und auch die nächste Band – Exodus – ist spurlos an mir vorbei gegangen. Das hat aber ganz sicher nichts mit deren Können und Stellenwert in der Metal-Szene zu tun. Nach Eclipse und Reckless Love war ich schlichtweg nicht in der Stimmung für Bay-Area-Thrash. Das letzte mal als Exodus in Balingen zu Gast waren stand ich ganz stolz relativ weit vorne und hab mich schon auf ein schönes Thrash-Gewitter gefreut, aber dann meinte der Sänger zum Publikum, sie sollten doch jetzt mal eine anständige Wall Of Death bilden und weg war ich, das war nichts für mein zartes Gemüt.


Amorphis entführten uns in andere Sphären. Das spacige Backdrop betörte mich total. Und dann natürlich dass sie gleich mit The Bee vom neuen Album ihren Set eröffneten, ich konnte mich beim fotografieren nur schwer ruhig halten. Trotzdem war ich nicht so richtig bei der Sache und darum entfällt auch hier meine Bewertung.


DORO

Natürlich bin ich nicht nur faul in der Sonne gelegen oder an der Bar gestanden. Doro wollte ich mir auf gar keinen Fall entgehen lassen. Pünktlich um 19:45 besteigt die Metal-Queen die Bühne. Doro ist, wie eigentlich immer, bestens gelaunt und strahlt pure Freude aus. Wenn jemand den Spirit of Metal lebt, dann ist es Doro. Sie hat aus gutem Grund ihren festen Platz in der Metal-Szene. Auch wenn ich zu Hause eher selten zu ihren Alben greife, live macht sie mir immer großen Spaß.

In welchen Jungbrunnen ist Doro eigentlich gefallen? Die Frage kann man sich selbst beantworten und ist auch kein großes Geheimnis: unbändige Freude an dem was sie tut!

Roxxymeter: Die ewig junge und gut gelaunte Metal-Queen bekommt für diesen strahlenden Auftritt 4 Roxxys.


Europe

Mit sehr hohen Erwartungen habe ich dem Auftritt von Europe entgegengefiebert. Und genau das war mein Problem an diesem Abend, ich hatte die Latte für die Jungs ein Stück zu hoch gelegt. Das liegt natürlich an mir persönlich, da ich auf einige Referenz-Konzerte zurück blicken kann, bei denen mich die Schweden komplett umgehauen haben. Hat man einmal so ein Killer-Konzert erlebt, dann muss man einfach akzeptieren, dass es auch Abende gibt, an denen dieses Level nicht ganz erreicht wird.

Roxxymeter: Auch wenn ich persönlich mit der Setlist nicht zu 100% glücklich war, sie bot einen guten Querschnitt durch die Band-Geschichte. Die Stimmung im Publikum war natürlich grandios, denn bei Songs wie Rock The Night, Cherokee und der Alltime-Hymne The Final Countdown konnte sich keiner ruhig halten. Aber es wäre noch Luft nach oben gewesen und darum kann ich nicht die volle Punktzahl geben. 5 Roxxys, denn so richtig was auszusetzen gab es natürlich auch nicht – ein würdiger Headliner, so viel ist klar!


Die Halle habe ich übrigens am Donnerstag komplett links liegen lassen, dazu war das Wetter einfach zu perfekt.

Der Freitag wird dafür ausführlicher ausfallen, denn ich stand tatsächlich zur ersten Band vor der Bühne!


Zum Schluss noch etwas in eigener Sache. Bisher wurden unsere BYH-Reviews ja immer von Mousele Chickz verfasst. Sie hat sich mit unfassbarer Liebe fürs Detail und Herzblut extrem rein gehängt! Sie hat nicht einfach nur ihre Eindrücke niedergeschrieben, sie hat viel recherchiert und euch zusätzlich mit Hintergrund-Informationen zu den Bands versorgt. Bei Mousele Chickz ist die Leidenschaft natürlich nicht abhanden gekommen – im Gegenteil: zu Recht hat sie gesagt, sie will einfach mal wieder privat sein und nur feiern und das gönne ich ihr von ganzem Herzen!

Vielen Dank für den enormen Einsatz! 6 Roxxys dafür!