CD-Tipp

Powerwolf – The Sacrament Of Sin


Das Album der Woche – KW 30/2018

Powerwolf – The Sacrament Of Sin
(Napalm Records, V.Ö. 20.7.2018)

Seit nunmehr 15 Jahren machen die Saarländer Powerwolf die Szene unsicher mit ihrer ganz eigenen Mischung aus Power Metal Hymnen, sakralen Kirchen-Chorälen und schön blasphemischen Lyrics. Auch Album Nummer sieben macht da natürlich keine Ausnahme, schon gar nicht, weil der Titel „The Sacrament Of Sin“ natürlich verplichtet.

Genau die beschriebene Mischung finden wir dann auch gleich zu Beginn im Opener „Fire & Forgive“ vor, während die erste Single „Demons Are A Girl’s Best Friend“ (Songtitel des Jahres?) dann locker hardrockig groovend um’s Eck kommt. Sofort wird deutlich: auch anno 2018 setzen Powerwolf wieder voll auf den Mitsingfaktor, was natürlich vor allem live exzellent funktionieren wird. Aber auch Abwechslung wird über die Albumdistanz groß geschrieben. „Killers With The Cross“ swingt hart und lässig, „Incense & Iron“ kommt fast schon mit leichtem Piraten-Flair daher und mit „Where The Wild Wolves Have Gone“ präsentiert man uns eine wunderbar epische Powerballade.

Zugegeben: Powerwolf bewegen sich gefährlich nahe an der Grenze zwischen Kunst und Kitsch, zwischen Schlager und Metal, und nicht wenige können gerade deshalb mit der Band nichts anfangen. Aber man muss den Herrschaften zu Gute halten: sie haben ihren ganz eigenen Stil gefunden und sie ziehen ihr Ding unbeirrt durch und das machen sie mit Überzeugung, Authentizität und v.a. viel Spaß. Einen Song „Stossgebet“ zu nennen und ihn mit einem in zum Teil in lateinischer Sprache verfassten, völlig versauten Text zu garnieren… das hat einfach was, das macht nicht jeder! Und so bietet das Album bis zur abschließenden Power-Hymne „Fist By Fist (Sacralize Or Strike)“ so einiges an netten Überraschungen und kompositorischen Gimmicks weit ab vom 08/15-Power Metal von der Stange. Ebenfalls erwähnenswert ist die Bonus-CD der Deluxe Edition, die zehn Powerwolf-Songs zumeist richtig großartig gecovert von befreundeten Bands beinhaltet. Vor allem Caliban’s Version von „Kiss Of The Cobra King“ und Amaranthe’s „Army Of The Night“ sind die Zusatzkosten für das Mediabook definitiv wert!

Fazit: „The Sacrament Of Sin“ bietet 100% puren Powerwolf-Stoff, jeder Fan der Band kann hier blind zugreifen! Aber auch wenn man – so wie ich – bisher mit der Band eher nicht so ganz warm wurde, lohnt es sich, mal genauer hinzuhören und sich überzeugen zu lassen. Das Album macht absolut Laune, bietet tolle Melodien und beste Metal-Unterhaltung. Was will man denn noch mehr?


Bewertung: 4 Chicks = Spitzen Album, setzt sich deutlich von der Masse ab!

4 Chicks = Spitzen Album, setzt sich deutlich von der Masse ab!