CD-Tipp

Debauchery vs. Balgeroth – In der Hölle spricht man Deutsch


Das Album der Woche – KW 29/2018

Debauchery vs. Balgeroth – In der Hölle spricht man Deutsch
(Massacre Records, V.Ö. 13.7.2018)

Debauchery polarisieren! Soviel steht fest! Debauchery treiben seit jeher alle Klischees der Metal Szene vor sich her und strapazieren diese bis an die Grenze des Erträglichen und zum Teil mit ihren bluttriefenden und sehr freizügigen Bühnenshows auch ganz gezielt weit darüber hinaus. Was für die einen großartige Gore-Unterhaltung darstellt, ist für die anderen einfach nur plumpe Provokation.

Dabei ist die Idee, Death Metal mit Heavy Rock zu kombinieren, an sich eine brilliante, denn der groovige Riff-Metal irgendwo zwischen AC/DC und Accept, intoniert mit auf extrem fett und heftig getrimmten Gitarren und fiesem Growl-Gesang funktioniert blendend. Und wenn das ganze dann auch noch mit deutschen Texten, die natürlich auch wieder alle Klischees bis zum letzten bedienen, garniert wird… dann kommt Balgeroth in’s Spiel. Balgeroth sind ab sofort also Debauchery in Deutsch. Und Balgeroth kommen direkt aus der Hölle und in der Hölle spricht man nunmal Deutsch! Da wird uns gleich zu Beginn mal der „Blutgott Blitzkrieg“ erklärt und während man noch ob der unfassbaren Wortkreation sinniert kommt dieses unfassbar geile Riff um die Ecke und zerrt einen einfach mit in die Schlacht! Ohne Scheiß: der Song ist ein Mega-Hit mitsamt Killer-Riffs und Ohrwurm-Refrain!

Womit wir beim Thema wären: Killer Riffs! Das ist definitiv das Motto dieses Albums. Mal „Jenseits des Himmelstors“ oldschoolig schnell, mal richtig fies und kriechend wie in der „superschweren Blutmusik“. Dazu Songtitel wie „Imperator der Gewalt“, „Mörderkult der Zerfleischer“ oder „Dämonische Schlachtmaschine“ mitsamt entsprechenden Texten. Jaaa, natürlich ist das plakativ wie die Sau! Und aus dem reinen Kunst-Aspekt heraus betrachtet sicherlich auch nicht allzuuuu wertig. Aber hey: es macht Spaß. Es macht einfach megamäßig Spaß. Und wenn man Debauchery respektive Balgeroth genau als solches akzeptiert und sieht was sie sind, nämlich pure Metal-Unterhaltung, dann wird man eben auch blendend unterhalten. Zumal hier musikalisches sowie kompositorisches Können definitiv en Masse vorhanden sind. So packende und mitreißende Songs wie den bereits abgefeierten Opener, den Titelsong oder die abschließende Hymne „Knochenheim“, bei denen einfach alles zusammenpasst, muss man erstmal schreiben. Und wem das alles viel zu deutsch vorkommt, der bekommt auf CD 2 das komplette Album unter dem Titel „Teutonic Hell“ nochmals komplett in Englisch eingesungen… dann halt aber von Debauchery, nicht von Balgeroth, logisch, nä?

Fazit: Ob jetzt Debauchery, Blood God oder Balgeroth: Bandchef Thomas Gurrath bleibt sich und seinen Fans auch auf dem neuesten Output wieder zu 100% treu. Grooviger Hard Rock, fette Heavy Metal Riffs und kantige Monster-Horror-Stories vorgetragen mit dicken Death-Growls ergeben die perfekte Party-Mischung. Wer das bisher albern fand, wird seine Meinung auch diesmal nicht ändern. Wer hier schon immer seinen Spaß hatte, für den geht die blutige Höllensause weiter!


Bewertung: 4 Chicks = Spitzen Album, setzt sich deutlich von der Masse ab!

4 Chicks = Spitzen Album, setzt sich deutlich von der Masse ab!