CD-Tipp

Amorphis – Queen Of Time


Das Album der Woche – KW 21/2018

Amorphis – Queen Of Time
(Nuclear Blast Records, V.Ö. 18.5.2018)

Die Finnen Amorphis zählen seit Anfang der 90er-Jahre zum festen Bestandteil der internationalen Düster-Metal-Szene. Am Anfang noch eher dem Death Metal zugeordnet, sorgte man vor allem 1994 mit dem Zweitwerk „Tales From The Thousand Lakes“ und dem Hit „Black Winter Day“ für Aufsehen, als man die Death-Metal-Wurzeln mit düsterrockigen Melodien, finnischer Folklore und Texten aus dem Nationalepos „Kalevala“ verband.

Anno 2018 erscheint mit „Queen Of Time“ nun das mittlererweile vierzehnte Studio-Album und setzt musikalisch nahtlos an seinem formidablen Vorgänger „Under The Red Cloud“ an. Soll heißen: Wunderbar melancholische Grundstimmung, wunderschöne Gesangsmelodien im Wechselspiel mit Growls, tolle Gitarren-Leads und Riffs und eine Ohrwurmdichte, wie man sie relativ selten findet. Die Finnen haben ihren ganz eigenen Stil inzwischen eben gefunden und perfektioniert.

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Bereits der Opener „The Bee“ deckt das volle Spektrum ab, kommt in den Strophen durchaus auch mal in Insomnium’sche-Härtegrade, nur um dem Hörer dann im Refrain eine Gänsehaut par Excellance zu verpassen! Allgemein fällt auf, dass Amorphis ihre eigenen musikalischen Grenzen in alle Richtungen noch etwas ausgedehnt haben. Der leicht orientalische Anstrich ist immer noch vorhanden, ebenso die skandinavischen Folklore-Elemente, man schreckt aber z.B. wie in „Message In The Amber“ auch nicht vor irischen Einflüssen zurück. Auch der Anteil progressiv-sanfter, von Bands wie Anathema oder Katatonia beeinflusster Klänge ist gestiegen und bildet einen spannenden Gegenpart zu den doch auch wieder häufiger eingesetzen Growl-Metal-Parts. So punkten Songs wie das harte „Daughter Of Hate“, das megamelodiöse „Wrong Direction“ oder auch das fantastische Duett mit Anneke van Giersbergen „Amongst Stars“ mit Abwechlungsreichtum, hoher Kompositionskunst und riesigem Hörspaß.

Fazit: Amorphis bleiben sich selbst und ihren Fans treu und bieten ein weiteres Mal wunderbar melancholischen, aber niemals zu seichten Düster-Metal der Extraklasse. Mal hart groovend, mal verträumt verspielt, finden die Finnen die perfekte Mischung für ein erneut großartiges Album, das keinen Freund dunkelharter Klänge enttäuschen wird!


Bewertung: 4 Chicks = Spitzen Album, setzt sich deutlich von der Masse ab!

4 Chicks = Spitzen Album, setzt sich deutlich von der Masse ab!