CD-Tipp

MAGICAL HEART – Another Wonderland


Lauschangriff – KW 22 & 24/18

MAGICAL HEART – Another Wonderland

(Fastball, VÖ 01.06.2018)

Als PIERROT/ HAMMERSCHMITT-Fan der ersten Stunden hat mich 2014 die Ankündigung, dass sich Gitarrist Gernot Kroiß bei MAGICAL HEART (zu Beginn unter dem Namen QUO VADIS und im Dezember 2017 ‚umfirmiert’) ein weiteres musikalisches Standbein gesucht hat, mächtig neugierig gemacht. Ein Jahr später folgten auch gleich die ersten „Handmade Demos“, die schon erahnen ließen, dass hier etwas richtig Großes am ‚Heranwachsen’ ist. Dieser Tage kommt nun endlich das – nicht nur von mir – heißwartete Debüt der Münchener Melodic Hard Rocker in den Handel.

„Another Wonderland“ wartet mit 11 hochkarätigen Hymnen auf, die sofort ins Ohr gehen und unweigerlich zum Mitrocken animieren. Schon bei den eingangs genannten Demos ist mir der facettenreiche Gesang von Christian Urner überaus positiv aufgefallen, der auf dem Debüt nun vollends zum Tragen kommt. Zudem schüttelt Gernot Kroiß nahezu mühelos in fast jedem Song ein bestechendes Gitarrensolo nach dem anderen aus dem Ärmel und die Rhythmus-Fraktion (Robert Frenz/ Bass; Charly Barth/ Schlagzeug) treibt versiert mit gewaltigen Groove die Songs voran. Im Grunde genommen grenzt es fast schon an „Frevel“ auch nur einen einzigen Anspieltipp aus dieser Hammerscheibe zu nennen, aber trotzdem möchte ich euch einige Songs ganz besonders ans Herz legen. Als da wären der atemberaubende Opener „Dream No More“ und der Titeltrack, der mit einem kurzen anmutigen Piano-Intro beginnt, sich aber nach einigen Sekunden als übermächtiger Midtempo-Groover entpuppt, sowie der Uptempo-Rocker „Shadows“ und die erhaben-fesselnde Hymne „We Are Not Lost“, welche gegen Ende mit einer wahrlich ‚berauschenden’ Chorpassage brilliert. Ein ganz besonders Schmankerl stellt für mich der der Song „Ocean“ dar, denn der ist gleich in zwei Version vertreten, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Zum einen als treibende Rocknummern und zum anderen als Ballade in einer unglaublich rührseligen Piano-Version.

Fazit: „Another Wonderland“ besticht durch frisches und abwechslungsreiches Songwriting und sollte sich von den seicht – auf Hochglanz polierten – 08/15-Scheiben, die man heutzutage aus diesem Genre zuhauf aufgetischt bekommt, auch locker absetzten können. Verdient hätte es das Münchener Quartett allemal, denn seit einer gefühlten Ewigkeit ist mir kein derart fett und druckvoll produziertes Melodic Hard Rock-Album mehr untergekommen. Auf „Another Wonderland“ stimmt einfach alles! – ‚All killer, no filler!!!’


Bewertung: 6 Chicks = Höchstnote, wir knien vor Ehrfurcht nieder!!!