CD-Tipp

Judas Priest – Firepower


Das Album der Woche – KW 11/2018

Judas Priest – Firepower
(Columbia Records, V.Ö. 9.3.2018)

The Priest is back! „Firepower“, Judas Priests 19. Studioalbum, ist schlichtweg sensationell! 14 mal geballte Feuerkraft, 14 Songs in einer Qualität, wie man sie nach den doch eher durchwachsenen letzten Alben nicht mehr erwarten konnte. 14 reinrassige Heavy Metal-Tracks, die so derart typisch nach Judas Priest klingen, dass es eine wahre Freude ist!

Aber von Anfang an: Der Titelsong eröffnet und erinnert mit seinen rasend schnellen Drums und seinem Fist-In-The-Air-Refrain sofort an „Painkiller“. Die kompositorische Tiefe der Referenz wird zwar bei weitem nicht erreicht, trotzdem ein perfekter Opener, der den Hörer sofort einpackt und mitnimmt. In Folge gilt aber: wer bei der Frage nach seinen Lieblings-Priest-Alben mit „Screaming For Vengeance“ oder „Defenders Of The Faith“ antwortet, der wird beim neuen Material am allerbreitesten strahlen! Äußerst positiv fällt einem auch sofort die Gesangsleistung auf: der „Metal God“ hat seine Stimmprobleme offensichtlich endgültig überwunden und klingt so frisch und kraftvoll wie zu seinen allerbesten Zeiten.

Rob Halford und seine Mannen schöpfen auf ihrem neuen Werk wirklich ihre komplette Bandbreite aus und präsentieren so etwas wie eine Best Of mit nagelneuen Liedern. Da hat man natürlich in erster Linie die knackigen, klassischen Headbanger-Riffs der Marke „Grinder“ oder „The Sentinel“. „Evil Never Dies“ passt in diese Kategorie und treibt geradeaus nach vorne, „Necromancer“ bringt mit seinen schweren Grooves ein bißchen Düsternis ins Spiel, oder „Flame Thrower“ mit seinen grandiosen Riffs und dem unwiderstehlichen Mitgröl-Refrain! Dann gab es bei Priest auch schon immer die etwas melodischeren, in Richtung Hardrock tendierenden Songs wie „Heading Out To The Highway“ oder „Turbo Lover“ und hier kann vor allem der Ohrwurm „Never The Heroes“ punkten, oder auch „Spectre“, das mit seinem schönen Groove und seiner genialen Gesangsmelodie eins der absoluten Album-Highlights darstellt. Vergessen wir die Uptempo-Nummern der Marke „Exciter“ oder „Ram It Down“ nicht: Nach dem Titelsong gibt das folgende „Lightning Strike“ wurderbar weiter Vollgas. Und dann natürlich die Hymnen! Wer bekommt bei „A Touch Of Evil“ oder „Blood Red Skies“ keine Gänsehaut? Diesmal sorgen „Children Of The Sun“ und vor allem „Rising From Ruins“ für die großen, epischen Momente! Ein neuer All-Time-Classic? Mit dem abschließenden „Sea Of Red“ bekommt man dann sogar eine kleine Rarität spendiert: eine (Halb-) Ballade hörte man von Judas Priest bisher auch noch nicht allzu oft.

Fazit: „Firepower“ kann einfach alles! Wer die klassischen Alben der Band von „Stained Class“ bis „Painkiller“ liebt, der bekommt hier wirklich die komplette Vollbedienung. Nach dem doch sehr zähen „Nostradamus“ und dem durchschnittlichen „Redeemer Of Souls“ sind die Briten nun also endlich wieder voll auf Kurs und zeigen, dass sie es immer noch draufhaben. Das gibt volle fünf Hühner und steigert die Vorfreude auf die Festival-Shows im Sommer immens!


Bewertung: 5 Chicks = Rockt gewaltig, Anwärter zu den Top Alben des Jahres!