CD-Tipp

Michael Schenker Fest – Resurrection


Das Album der Woche – KW 10/2018

Michael Schenker Fest – Resurrection
(Nuclear Blast Records, V.Ö. 2.3.2018)

Michael Schenker, ex-Scoprions-Gitarrist und genannt „the German Wunderkind“, sorgte 2016 mit einigen Liveshows unter dem Banner „Michael Schenker Fest“ für Aufsehen und ein echtes Staraufgebot. Umso spannender, dass er dieses Projekt nun auch mit „Resurrection“ auf einem Studioalbum mit nagelneuen Songs verewigt.

Allen voran zu nennen ist natürlich die Tatsache, dass sich hier gleich vier großartige Sänger die Mikroarbeit teilen: keine geringeren als Doogie White, Graham Bonnet, Robin McAuley und Gary Barden, allesamt früher bereits schonmal für die Michael Schenker Group resp. Temple Of Rock tätig. An der Vocals-Front gibt es also schonmal einen Hörgenuss par excellance, vor allem, wenn sie alle vier zusammen singen, wie in der ersten Single „Warrior“ und dem Abschlusstrack „The Last Supper“, ist das schon ein echtes Erlebnis! Aber auch jeder für sich genommen ist natürlich ein absoluter Meister seines Fachs.

Den Beginn macht Robin McAuley mit „Heart And Soul“, ein schneller, energietischer Opener mit einem Gastauftritt von Metallica-Gitarrist Kirk Hammett, der sich ein tolles Solo-Duell mit Schenker liefert. Mit dem bereits angesprochenen „Warrior“ folgt dann auch gleich einer der Höhepunkte des Albums: ein unwiderstehlicher Ohrwurm, den man wochenlang nicht mehr aus dem Kopf kriegt. Allgemein fällt hier Schenkers hohe Songwriting-Schule auf: wunderbarer Heavy Rock, der auf den ersten Blick unspektakulär und fast schon relaxt erscheint, der sich aber mit der Zeit erschließt und tief ins Gehör bohrt. „Take Me To The Church“ macht genau so weiter bis dann Graham Bonnet durch das lässig swingende „Night Moods“ führt. Das Album bietet viel Abwechslung, mit „Everest“ und „Anchors Away“ haben wir coole Hi-Enegry-Nummern, „The Girl With Stars In Her Eyes“ groovt mächtig und punktet mit einem mega Mitsing-Refrain und mit „Salvation“ gibt es auch ein Instrumental, in dem Schenker natürlich so einige Kabinettstückchen zum besten gibt. Erstaunlich hingegen ist, dass es keine einzige Ballade zu hören gibt. Let’s play Rock’n’Roll, not Lovesongs! Die Einstellung gefällt mir!

Fazit: Michael Schenker ist mit „Resurrection“ definitiv ein erstklassiges Heavy Rock-Album gelungen, das auf jeglichen Kitsch und Bombast verzichtet, sondern mit punktuierten und stimmig durchkomponierten Songs überzeugt, die in der Langzeitwirkung umso nachhaltiger im Gehör haften bleiben. Das Zusammenwirken der vier großartigen Sänger Barden, Bonnet, McAuley und White verleiht dem Album zusätzlich seinen ganz besonderen Reiz. Ein Must-Have für jeden Hard’n’Heavy-Fan!


Bewertung: 4 Chicks = Spitzen Album, setzt sich deutlich von der Masse ab!