CD-Tipp

Saxon – Thunderbolt


Das Album der Woche – KW 6/2018

Saxon – Thunderbolt
(Silver Lining Music, V.Ö. 2.2.2018)

Saxon sind eine lebende Legende! Seit Ende der 70er-Jahre am Start, bildeten sie zusammen mit Iron Maiden und Judas Priest die „großen Drei“ der New Wave of British Heavy Metal. Songs wie „Wheels Of Steel“, „Crusader“ oder „Solid Ball Of Rock“ kennt und liebt jeder Rock- und Metal-Fan und 39 Jahre nach ihrem Debut-Album erscheint mit „Thunderbolt“ das nun sage und schreibe 23. Studioalbum der Band rund um Frontmann Biff Byford und Gitarrist Paul Quinn.

Auch für „Thunderbolt“ gilt das, was ich beim Vorgänger „Battering Ram“ schon schrieb: Saxon gehören alles andere als zum alten Eisen! Zugegeben: an das wirklich herausragende 2015er-Werk kommt das neue Album nicht ganz heran, besticht aber trotzdem wieder durch eine Sammlung von 10 vorzüglichen Heavy Metal-Hymnen. Gleich als erstes kommt der Titelsong mit seinen wuchtigen Riffs, schnellen Drums und seinem wunderbaren Mitgröl-Chorus daher, der einem sofort das wohlige und gewohnte Saxon-Feeling verpasst. „The Secret Of Flight“ präsentiert sich dann melodiöser, bevor es zu „Nosferatu (The Vampire Waltz)“ dann passenderweise düster und episch wird. Mit dem schnellen „They Played Rock And Roll“ verneigt man sich dann auf ganz wunderbare und sympatische Art und Weise vor Motörhead und deren Ende 2015 verstorbenen Frontmann Lemmy. Toll!

Saxon sind wahrlich Ikonen der Beständigkeit. Sie waren die ganzen Jahre über immer am Start und sind sich dabei immer 100% treu geblieben. So wird natürlich auch auf „Thunderbolt“ der Heavy Metal nicht neu erfunden – das erwartet ja auch niemand – aber die Songs besitzen immer Klasse und bewegen sich alle auf einem hohen kompositorischen Niveau. Ein Song wie „Sons Of Odin“ z.B. mag anfangs mit seinem coolen, unaufdringlichen Groove eher unscheinbar wirken, entfaltet nach 3-4 Durchläufen aber seine Wirkung und ist dann nur mehr schwer aus dem Ohr wieder herauszubekommen. Und Saxon können nach wie vor auch noch ordentlich Gas geben: „Sniper“ peitscht nach vorne und bei „Speed Merchants“ werden dann Erinnerungen wach an seelige „Motorcycle Man“-Zeiten. Allgemein legt die Band Wert auf Abwechslung: „Predator“ ist Headbang-Futter vom Feinsten und „A Wizard’s Tale“ kommt eher verspielt daher. Sehr schön auch der abschließende „Roadies Song“, mit dem sich die Band einmal für die ganze Arbeit ihrer Roadies bedankt, ohne die Livekonzerte oder gar ganze Tourneen schlichtweg nicht möglich wären. Eine sehr schöne Geste!

Fazit: „Thunderbolt“ ist wieder zu 100% pur Saxon und damit für Fans des klassischen Heavy Metals britischer Prägung ein ganz klarer Pflichtkauf. Biff und seine Mannen wissen einfach wie es geht! Die Songs sind auf das nötigste reduziert und überzeugen mit Riffs und Melodien ganz ohne Effekthascherei oder pompösem Drumherum… Heavy Metal in seiner reinsten Form eben und der klingt 2018 immer noch genauso frisch und spannend wie damals in den 80ern.


Bewertung: 4 Chicks = Spitzen Album, setzt sich deutlich von der Masse ab!