CD-Tipp

Phil Campbell And The Bastard Sons – The Age Of Absurdity


Das Album der Woche – KW 5/2018

Phil Campbell And The Bastard Sons – The Age Of Absurdity
(Nuclear Blast Records, V.Ö. 26.1.2018)

Gibt es ein Leben nach Motörhead? Für Gitarrist Phil Campbell muss man diese Frage ganz klar mit Ja beantworten, denn mit seiner neuen Band The Bastard Sons und deren Debut-Album „The Age Of Absurdity“ präsentiert er sich quicklebendig und runderneuert!

Klar, die Vergangenheit streift man nicht so ohne weiteres ab, rund 30 Jahre Motörhead hinterlassen natürlich ihre musikalischen Spuren und das ist ja auch gut so! Denn so startet das Album mit „Ringleader“ und dem so liebgewonnen rotzig-dreckigen Sound aus Rock’n’Roll, Heavy Metal und Punk und mit „Gypsy Kiss“ und „Dropping The Needle“ gibt es gleich noch zwei weitere Hihgspeed-Klopfer in bester Motörhead-Manier abzufeiern. Erwähnenswert dabei ist, dass Sänger Neil Starr gar nicht erst versucht, Lemmys einzigartiges, knarziges Krächzen nachzuahmen, sondern von der ersten Note an seine ganz eigene gesangliche Identität einbringt. Und die liegt irgendwo zwischen Duff McKagan, Danko Jones und John Corabi. Ebenfalls erwähnenswert, dass Phil Campbells Söhne Todd (Gitarre), Dane (Drums) und Tyla (Bass) mit von der Partie sind.

Phil Campbell und seine Bastard Sons können aber natürlich nicht nur Motörhead: Mit „Dark Days“ präsentiert man uns zum Beispiel eine waschechte Bluesrock-Nummer mitsamt Mundharmonika-Einsatz, die sich gegen Ende wunderbar ihrem Höhepunkt entgegensteigert. Und mit „Into The Dark“ wird ein ruhiges, grooviges Stück mit tollen Gitarren-Leads serviert, das in etwa in die Richtung von Deep Purple’s „Sometimes I Feel Like Screaming“ tendiert. Großartiger Song!

Apropos groovig: Die Band spielt immer dann ihre Stärken am mitreißendsten aus, wenn der Groove regiert. „Freak Show“ etwa stampft richtig mächtig durch’s Gebälk mit seinen satten Riffs und seiner „Fist in the Air“-Attitude. Oder „Skin And Bones“, das mit seinen Doublebass-Attacken die Headbanger vom Tresen auf die Tanzfläche zerren wird. Oder „High Rule“, das in den Strophen lässig vor sich hingroovt, um dann mit seinem Offbeat gespielten Refrain eine leicht hypnotische Wirkung erzielt und dazu mit einem wahren Slash-Gedächtnis-Solo aufwartet.

Fazit: Motörhead-Maniacs können bei „The Age Of Absurdity“ blind zugreifen, ebenso Fans von Danko Jones oder Bands wie Guns n’Roses oder The Dead Daisies. Die Mischung aus Rock, Metal und Punk zündet ganz vorzüglich, wobei der Hardrock ganz klar im Vordergrund steht. Phil Campbell brennt dazu ein wahres Feuerwerk an großartigen Gitarrenriffs ab und unter den 12 Songs befindet sich nicht ein einziger Durchhänger. Macht definitiv Spaß und Bock auf mehr!


Bewertung: 4 Chicks = Spitzen Album, setzt sich deutlich von der Masse ab!