CD-Tipp

Sadauk – A New Dawn


Das Album der Woche – KW 50

Sadauk – A New Dawn
(Pure Legend Records, V.Ö. 8.12.2017)

Düsteren Metal irgendwo zwischen Crematory, den klassischen „Beauty and the Beast“-Gothic Metal-Bands der Neunziger und aktuellen Nightwish präsentieren uns SADAUK auf ihrem Debut-Album „A New Dawn“.

Die Band aus der schwedischen Hauptstadt Stockholm besteht bereits seit 1996 und brachte 1997 ihr erstes und einziges Demo „Theatre Of War“ heraus. Danach herrschte erstmal Funkstille, bis man sich 2009 wieder zusammentat. Trotzdem sollte es weitere acht Jahre dauern, bis das Debutalbum „A New Dawn“ letztlich das Licht der Welt erblicken sollte. Gut Ding soll ja bekanntlich Weile haben.

Sadauk eröffnen ihr Album gleich mal mit einem Opus in drei Akten inklusive schön epischer Overture. „Melhin’s Death“ legt dann mit knackigen Riffs und orchestralen Elementen los. Und ehe man gerade anfängt an den Namen Nightwish zu denken, überrascht uns Sänger Joppe Crambert mit bösen, finsteren Growls und wischt den Eingangsgedanken gleich wieder fort. Nächste Überlegung: jetzt kommt bestimmt gleich eine Elfe mit zerbrechlich-dünnem Piepsstimmchen daher… Falsch! Es kommt Sängerin Therése Thomsson und sorgt mit ihrer klaren, aber kräftigen Rockstimme, einer Anneke van Giersbergen nicht ganz unähnlich, für die zweite positive Überraschung. Als dann das Solo des Songs auch noch von einem Xylophon anstatt der erwarteten Gitarre erklingt ist klar: Sadauk sind ungeheuer kreativ, ruhen sich nicht auf den typischen Genremerkmalen aus, sondern wollen dem Genre einen neuen Anstrich verpassen, ohne dessen Grenzen dabei zu weit zu übertreten. Und das gelingt der Band über weite Strecken des Albums ganz vorzüglich.

Ab und an wagt man sich, wie in „Cursed Land“, auch mal in härtere, Dimmu Borgir- oder Samael-kompatible Gebiete vor, behält aber jederzeit den Wechselgesang bei und bietet zwischendrin immer wieder melodische Parts zum Durchschaufen. Abwechslung ist hier definitiv Trumpf. Und die Schweden verstehen es, bei aller Vielfalt jeden Song eingängig und damit für den Hörer leicht nachvollziehbar zu halten. Selbst die etwas vertracktere, siebeneinhalbminütige Hymne „As They Sleep Behind The Horizon“ fließt butterzart ins Ohr. Weitere Höhepunkte sind die Halbballade „Tears Of The Sun“, das flotte „Who Is King In Paradise“ und der epische Abschlusstrack „Sage And Jester“

Fazit: Wer sich eine Mischung aus The Gathering, Tiamat und Dimmu Borgir vorstellen kann, der liegt hier goldrichtig! SADAUK reißen einen mit ihrer sprudelnden Kreativität mit, überraschen den Hörer immer wieder mit netten, aber sehr wirkungsvollen Kleinigkeiten und bieten auf ihrem knapp einstündigen Debut-Werk tollen Düster-Metal, der Freunde des Genre mit Sicherheit begeistern wird.


Bewertung: 4 Chicks = Spitzen Album, setzt sich deutlich von der Masse ab!