CD-Tipp

Crom – When Northmen Die


Das Album der Woche – KW 49

Crom – When Northmen Die
(Pure Steel Records, V.Ö. 1.12.2017)

Als der Landshuter Musiker Walter „Crom“ Grosse im Jahre 2000 die Black Metal-Band Dark Fortress verließ, entschloss er sich, ganz im Stile von Bathorys epischen Momenten ein „Majestic Melodic Metal“-Projekt auf die Beine zu stellen. Mit „When Northmen Die“ präsentiert er uns unter dem Bandnamen Crom nun sein inzwischen drittes Studioalbum und zieht uns darauf mit seiner fulminanten Mischung aus Viking-, Melodic und Power Metal von der ersten Sekunde an in den Bann.

Genau wie Bathory-Mastermind Quorthon zieht Grosse sein Projekt dabei komplett im Alleingang durch und auch die epischen Bathory-Klassiker „Hammerheart“, „Twilight of the Gods“, „Nordland“ und „Blood On Ice“ haben hörbar ganz deutliche Spuren in Croms Sound hinterlassen. Trotzdem sind wir hier von einer reinen Tribute-Band ganz weit entfernt, denn Crom verarbeitet viele Einflüsse aus den unterschiedlichsten Metal-Stilen. Nordische Melodien von Bands wie Týr etwa, oder auch klassische Zitate wie alte Manowar hört man immer wieder heraus. Und Croms Stimme erinnert etwas an Blind Guardian-Sänger Hansi Kürsch, deren symphonischer Power Metal sicher auch nicht ganz spurlos an Crom vorbeigegangen sein dürfte.

Das Album startet mit knackigem Doublebass-Donner und der Power Metal-Hymne „Behold The Lights“, bevor es mit „All Alone“ dann zum ersten Mal richtig episch wird. „Twilight of the Gods“ trifft auf Anathema und es stellt sich sofort ein wohliges Gänsehaut-Gefühl ein, das dann mit der ersten Video-Single und zugleich ersten Höhepunkte des Albums, „Shields Of Gold“ gleich nochmal verstärkt wird. Energisch nach vorne marschierende Strophen gipfeln hier in wunderbar melodischen Refrains, man sieht förmlich epische Schlachtszenen aus den „Hobbit“-Filmen vor dem geistigen Auge ablaufen. Die akustische Ballade „Dear Father“ bietet dann die Möglichkeit, wieder etwas in sich zu kehren, bevor sich dann mit „Betrayal“ das nächste Schlachten-Epos majestätisch erhebt. Das zweite ganze große Album-Highlight ist dann die folgende Halbballade „I’m With You“, die mit so viel Inbrunst und Herzblut vorgetragen wird, dass man sich ganz heimlich schonmal ein Tränchen verdücken muss. Einfach nur wunderschön!

Auch in der zweiten Hälfte des Albums geht das Spiel mit den großen Gefühlen munter weiter. Epische Hymnen, donnernde Power und immer wieder leicht folkloristische Akustikteile wechseln sich ab und führen den Hörer wie ein großer Fantasyfilm durch die Geschichte, die dann im epischen, fast neunminütigen Titelsong ihren großen Höhepunkt findet. Hier wird kompositorisch noch einmal alles ausgepackt, was die Musik von Crom ausmacht. Ein wahrlich würdiges Finale, das vom ruhigen „Farewell Song“ als Outro perfekt abgrundet wird.

Fazit: Wer schon immer mal eine Mischung aus Blind Guardians „Somewhere Far Beyond“ und Bathorys „Twilight of the Gods“ haben wollte, der kann hier blind zugreifen. Das Spektrum von akustischer Ballade über mächtigem Epos hin zum donnernden Power Metal deckt Crom wahrlich meisterhaft ab. Die Leidenschaft und das Herzblut, das in „When Northmen Die“ steckt, ist zu jeder Sekunde hör- und spürbar und machen das Album zu einem ganz besonderen Hörerlebnis, das sich Freunde der genannten Bands auf keinen Fall entgehen lassen dürfen.


Bewertung: 5 Chicks = Rockt gewaltig, Anwärter zu den Top Alben des Jahres!