CD-Tipp

BROENNI – Taming The Winds


Lauschangriff – KW 48

BROENNI – Taming The Winds

(Eigenproduktion, VÖ 11.09.2017)

Den Kennern meiner Sendungen dürfte BROENNI bestimmt kein Unbekannter mehr sein. Sei’s nun als Songwriter, Leadsänger und Gitarrist von ORYMUS, als Stimme bei den Berner Hardrockern 2BAD oder eben in eigener Sache – also Solo. Ende des vergangenen Jahres hat er mit „Calm Before The Storm“ bereits ein sehr beeindruckendes Album veröffentlicht, das sich nicht so einfach in eine Schublade stecken lässt. Genauso verhält es sich auch mit seinem neuen, mittlerweile dritten Album „Taming The Winds“, das – wie der Titel schon erahnen lässt – auch thematisch am (streng auf 120 Stück limitierten) Vorgänger angelehnt ist.

Das Album enthält 9 Songs, die durch ihre stilistische Vielfalt und charakteristischen Gegensätzlichkeiten bestechen. Angefangen vom Opener „Welcome To Watamu“, der mächtig im Afro-Style groovt über das beschwingte „Busy“, das stellenweise ziemlich funky daherkommt und im Mittelteil einen Hauch von Flamenco-Feeling verbreitet, bis hin zum abwechslungsreichen Rocker „By The Light Of Day“ (GUNS N’ ROSES meets AC/DC). Als Dialekt-Freak haben’s mir persönlich natürlich die beiden Nummern im Schweizer Dialekt auf „Taming The Winds“ ganz besonders getan. Das wäre zum einem die in Blues getauchte Nummer „Einisch isch z’vui“ und zum anderen „Komischi Vögu“, das locker-flockig mit einer gehörigen Portion Ironie ums Eck biegt. Dass Daniel Brönnimann über eine sehr facettenreiche Stimme verfügt, hat er ja schon des Öfteren eindrucksvoll bewiesen, aber er ist trotzdem immer wieder für Überraschungen gut, wie z. B. im folklastigen „We’re Home“ und mit dem 7½ min-Epos „Tales Of Black And White“ hat er sogar ein kleines Prog-Rock-Juwel am Start.

 

Fazit: Wenn es ein Album gibt, das sich die Bezeichnung ‚crossover’ verdient hat, dann ist es mit Sicherheit „Taming The Winds“. Ganz egal ob nun Folk oder Blues, Pop Rock oder Balladen („Never Be The Same Again“) sowie Hard Rock oder Metal – durchwegs alles dabei. Einfach ein richtig cooles Stück Musik!
Übrigens, im Gegensatz zum Vorgänger „Calm Before The Storm“ ist „Taming The Winds“ nicht nur als Vinyl, sondern auch als Download erhältlich.


Bewertung: 4,5 Chicks = Spitzen Album, mischt definitiv weit oben mit!