CD-Tipp

Santa Cruz – Bad Blood Rising


Das Album der Woche – KW 46

Santa Cruz – Bad Blood Rising
(M-Theory Audio, V.Ö. 10.11.2017)

„Bigger riffs, better hooks, badder attitude“ versprechen uns Santa Cruz aus der finnischen Hauptstadt Helsinki im Titelbild ihrer Facebook-Seite vollmundig. Dazu ein sehr cooles schwarz-weiß Cover im Tattoo-Style samt Totenschädel… macht auf jeden Fall schonmal Bock auf mehr. Und dieses mehr, das hört auf den Namen „Bad Blood Rising“ und bietet knackigen Hard Rock an der Grenze zum Melodic Metal, sehr modern intoniert und damit in guter musikalischer Nachbarschaft zu Bands wie Sixx:A.M., Crazy Lixx oder Fozzy.

Bereits der Opener „Young Blood Rising“ packt einen mit seinen sleazigen Riffs und seinem Stadion-Chorus wie in allerbesten Crazy Lixx-Zeiten. Und mit „River Phoenix“ schiebt man gleich einen unwiderstehlichen Ohrwurm nach, für den Def Leppard vermutlich töten würden. Auffällig neben den fetten Riffs und mehrstimmgen Refrains vor allem die geradezu atemberaubenden Gitarrensoli. Da versteht einer definitiv sein Handwerk!

Eines haben klassischer und moderner Hardrock auf jeden Fall gemeinsam: es geht auch schonmal balladesker zu. Und hier können Santa Cruz vor allem mit der Powerballade „Drag Me Out Of The Darkness“ punkten mit ihren gefühlvollen Strophen und dem hymnischen Chorus. Das folgende „Breathe“ dagegen ist eine reine Akustikballade, etwas unspektakulär aber durchaus nett anzuhören.

Viel mehr Spaß machen die Finnen aber definitiv, wenn sie die Rock-Sau rauslassen. „Voice Of A New Generation“ und „Back From The Dead“ sind so Groove-Monster, die vor allem in den Clubs bestens ankommen sollten. Mit „Pure Fucking Adrenaline“ – nomen est omen – gibt’s dann eine astreine Metal-Nummer mit Doublebass-Gewitter und Gangshouts zum Mitgrölen. „Get Me Out Of California“ rundet das Album dann mit einer wunderbaren Halbballade im Kid Rock-Stil ab, die durchaus etwas Sehnsucht nach Sunny L.A. erweckt und die musikalischen Wurzeln der Band nochmal schön offenbart.

Fazit: Santa Cruz haben längst die Dauerwellen-Pudel-Klischees von 1990 abgestreift und interpretieren die klassischen Hardrock-Trademarks in einer modernen Art und Weise, die sowohl Alt als auch Jung Spaß machen wird. „Bad Blood Rising“ bietet elf echte Hits mit groovigen Riffs, tollen Soli und eingängigen Refrains, die jeder sofort mitträllern wird. Ein perfektes Sommeralbum, das uns den tristen Novemberregen mit einer ganzen Ladung Sonne und guter Laune versüßt.


Bewertung: 4 Chicks = Spitzen Album, setzt sich deutlich von der Masse ab!