CD-Tipp

Pänzer – Fatal Command


Das Album der Woche – KW 41

Pänzer – Fatal Command
(Nuclear Blast Records, V.Ö. 6.10.2017)

Es war einmal im Jahre 2014, als Gitarrist Herman Frank und Drummer Stefan Schwarzmann ihren Dienst bei Accept quittierten, um zusammen mit Destruction-Frontmann Schmier ein neues Projekt namens Panzer zu formieren.

Wie so oft war aber auch hier aller Anfang schwer: Eine Band aus Spanien gleichen Namens, die bereits seit den 80er-Jahren aktiver Teil der Metalszene und in ihrem Heimatland eine große Nummer war und ist, fand die Namenswahl des deutschen Trios eher suboptimal und ging rechtlich dagegen vor. Da die Promotion für das Debutalbum „Send Them All To Hell“ allerdings schon in vollem Gange war, nannte man das ganze dann auf die Schnelle einfach „The German Panzer“. Das Album fuhr dann sehr gute Kritiken und auch durchaus einen Achtungserfolg ein.

Drei jahre später nun also die zweite Angriffswelle. Herman Frank, derzeit sehr erfolgreich solo unterwegs, ist nicht mehr von der Partie, für ihn konnte man eine Double-Axe-Attack in Form von Hammerfall-Sechssaiter Pontus Norgren sowie Poltergeist/Gurd-Klampfer V.O. Pulver für sich gewinnen. Auch der Bandname wurde mit Hilfe eines Ä nochmal gepimpt, sodass wir es nun also mit PÄNZER zu tun haben, während man in Spanien noch nach diesem seltsamen Buchstaben auf der Tastatur sucht.

Album Nummer zwei hört nun auf den Namen „Fatal Command“ und vereint auf seinem großartigen Comic-Coverartwork gleich mal alle fatalen Obermotze dieser Welt. Sozialkritik ist also angesagt, wird aber nicht zum politischen Selbstzweck, sondern ordnet sich dem eigentlich Wichtigen hier unter: der Musik. „Satan’s Hollow“ startet das Album schnell und knackig und spinnt den Stilmix des Debüts nahtlos weiter. Kräftiger Old-School Heavy Metal kombiniert mit Schmiers Thrash-Vocals… auch diesmal funktioniert die Mischung wieder ganz hervorragend. Der Titelsong ist ein echter Ohrwurm, „We Can Not Be Silenced“ und „I’ll Bring You The Night“ sind Mitgröhl-Headbanger vom Allerfeinsten, „Scorn And Hate“ bringt jedem Nacken fiese Schmerzen, „Skullbearer“ kommt mit unwiderstehlich kriechendem Groove daher und so weiter. Dieser rote Faden zieht sich durch das gesamte Album, ohne dabei auch nur eine einzige Sekunde langatmig zu werden. Dafür sorgen Nackenbrecherriffs en masse, tolle Gitarren-Duelle und Schmiers überraschend variabler Gesang, der die Songs wirklich großartig intoniert und ihnen das gewisse Etwas verleiht.

Fazit: Der Begriff „Teutonen Metal“ trifft hier zu wie schon lange nicht mehr. Wer Bands wie Accept, Grave Digger, Primal Fear, alte Helloween und Konsorten zu seinen Lieblingen zählt, der wird definitiv auch Pänzer in sein Metal Heart schließen.


Bewertung: 4 Chicks = Spitzen Album, setzt sich deutlich von der Masse ab!4-Chicks