CD-Tipp

Act Of Defiance – Old Scars, New Wounds


Das Album der Woche – KW 40

Act Of Defiance – Old Scars, New Wounds
(Metal Blade Records, V.Ö. 29.9.2017)

Act Of Defiance stammen aus dem sonnigen Kalifornien und sind die neue Band um die beiden ex-Megadeth Mannen Chris Broderick (Gitarre) und Shawn Drover (Drums). Mit „Old Scars, New Wounds“ legen sie nun ihr zweites Studioalbum vor und servieren uns damit in etwa sowas wie „Modern-Megadeth“.

Ich nenne es jetzt mal vorsichtig Melodic Modern Groove Thrash Metal. Zum einen könnten einige Songs wie erwähnt auch absolut vom letzten Megadeth-Output stammen und atmen dazu viel Bay Area plus Pantera-Grooves, zum anderen hört man aber auch viele Einflüsse von Bands wie Lamb Of God, Trivium oder Bullet For My Valentine. Und die Mischung funktioniert sehr gut. Mit dem knackigen „M.I.A.“ und der Groove-Abrissbirne „Molten Core“ gelingt ein fulminant heftiger Einstieg, bevor die Band dann die Melodien auspackt. „Overexposure“ ist ein exzellenter Modern Metal-Song, der sich qualitativ sicher nicht hinter Five Finger Death Punch zu verstecken braucht und bei „The Talisman“ sieht man Dave Mustaine förmlich vor dem geistigen Auge. Das wichtige dabei: hier klingt nichts kopiert oder gar aufgesetzt! Hier haben wir stimmige Songs, die hörbar mit Herzblut und Liebe zum Detail komponiert wurden und denen durchaus der ganz eigene „Act Of Defiance“-Stempel aufgedrückt wurde.

Weitere Höhepunkte des durchweg tollen Albums sind „Circle of Ashes“ mit seinem unwiderstehlichen Groove, „Reborn“ mit seinen Judas Priest-artigen Riffs, „Broken Dialect“, das brutale Strophen mit einem ungewöhnlichen Ohrwurmrefrain verbindet und bei dem Broderick uns mal ordentlich den „Yngwie“ gibt, sowie der Rausschmeißer „Rise Of Rebellion“, in dem eine Halbballade mit Wutausbrüchen Heaven Shall Burn’scher Art durchzogen wird.

Fazit: „Old Scars, New Wounds“ ist ein Fest für alle Freunde modernen Metals, die mehr wollen, als nur die üblichen Genre-Stereotypen. Act Of Defiance gelingt dies mit der Kombination der Moderne mit vielen Old School-Zutaten und erschaffen damit ein spannendes und über die gesamte Lauflänge packendes Album, das man Fans aller oben genannter Bands wärmstens ans Herz und an den schmerzenden Nacken legen kann und muss.


Bewertung: 4 Chicks = Spitzen Album, setzt sich deutlich von der Masse ab!4-Chicks