CD-Tipp

Satyricon – Deep Calleth Upon Deep


Das Album der Woche – KW 39

Satyricon – Deep Calleth Upon Deep
(Napalm Records, V.Ö. 22.9.2017)

Die Norweger Satyricon gehörten Anfang/Mitte der 90er Jahre mit zu der ersten Erfolgswelle des norwegischen Black Metals. Durch Alben wie „The Shadowthrone“ und vor allem „Nemesis Divina“ mit der Bandhymne „Mother North“ prägte man das Genre entscheidend mit und erlangte Kultstatus.

Satyr (voc, git) und Frost (dr), die beiden führenden Köpfe hinter der Band, ruhten sich auf diesem frühen Erfolg aber nie aus, sondern versuchten stets, sich selbst und ihre Musik weiterzuentwickeln. So versuchte man sich mal mehr, mal weniger erfolgreich an zähflüssigem Doom wie auf „Volcano“, an groovigen Hits wie auf „Now, Diabolical“ oder an progressiveren Elementen wie auf dem letzten Output „Satyricon“.

Oslo 05072017. Photo: Marius Viken

Auf Album Nummer 9, „Deep Calleth Upon Deep“, hat man nun die 70er Jahre für sich entdeckt und verbindet dies geschickt mit den eigenen musikalischen Trademarks. Da haben wir das minimalistische, mit Kohle gezeichnete Coverartwork und auch die wunderbar natürliche Produktion mit offenen, halligen Drums, wie man sie von Led Zeppelin oder Blue Öyster Cult noch kennt, sowie die wunderbar altmodisch-knarzige Verzerrung der Gitarre. Verbunden mit groovigem Black Metal ergibt das eine wirklich faszinierende Mischung. In „Blood Cracks Open The Ground“ grüßen Thin Lizzy und in „To Your Brethren In The Dark“ regieren die alten Black Sabbath, dazu jeweils die knurrige Stimme Satyrs, das macht schon was her. Aber auch wenn es bandtypischer zur Sache geht, reißt diese Faszination nicht ab. „The Ghost Of Rome“ würde sich in der Live-Setlist gut neben „K.I.N.G.“ machen und bei „Black Wings And Withering Gloom“ gibt es dann auch echten Black Metal Blastbeat zu genießen und auch auf diesem Gebiet hat die Band absolut nichts verlernt und serviert uns eine schwarze Hymne allererster Güte.

Fazit: „Deep Calleth Upon Deep“ atmet zwar noch durch und durch den Geist des alten Black Metals, hat dessen musikalische Stereotypen aber doch schon weit hinter sich gelassen. Die kleinen Ausflüge in den Classic bzw. Progressive Rock funktionieren außerordentlich gut und bescheren uns ein abwechslungsreiches und kompositorisch großartiges, weil überraschendes Album, mit dem sich durchaus auch mal aufgeschlossene Fans von „normalem“ Rock und Metal an das Thema Black Metal heranwagen dürfen.


Bewertung: 4 Chicks = Spitzen Album, setzt sich deutlich von der Masse ab!4-Chicks