CD-Tipp

Venom Inc. – Avé


Das Album der Woche – KW 33

Venom Inc. – Avé
(Nuclear Blast Records, V.Ö. 11.8.2017)

Mit den beiden aktuell existierenden Venoms kann man schon mal durcheinander kommen. Zum einen gibt es Originalsänger/-bassist Cronos, der die Band Venom weiterführt. Und dann haben wir die anderen beiden Ur-Mitglieder, Mantas an der Gitarre und Drummer Abaddon, die eben nun zusammen mit Sänger und Bassist Demoliton Man unter dem Namen Venom Inc. ihr Album „Avé“ präsentieren. Dieses Line-Up hat übrigens auch schon das Venom-Album „Prime Evil“ aus dem Jahre 1989 zusammen eingespielt.

Bevor die Verwirrung zu groß wird, widmen wir uns einfach der Musik. Und die ist zum einen natürlich Venom pur. „Metal We Bleed“, „Time To Die“ oder auch „Black ’n‘ Roll“ sind genau dieser wunderbare Rumpel-Metal-Punk-Thrash, den man an Venom so liebt. Aber „Avé“ zeigt die Band auch von einer groovigen Düster-Metal-Seite, die ihr ausgesprochen gut zu Gesicht steht. Der fast neunminütige Opener „Ave Satanas“ ist so ein Beispiel. Nach einem mystischen Intro startet ein zähflüssiger Stampfer aller erster Güte, der fast etwas an Tryptikon erinnert und sich unaufhaltsam seinen Weg direkt in die Nackenmuskulatur bahnt. Oder „Dein Fleisch“, das man fast schon als Gothic Metal katalogisieren könnte, wieder mit Überlänge und irgendwo zwischen Samael, Celtic Frost und Tiamat. „Preacher Man“ groovt dann ordentlich durch’s Gebälk und der Gesang erinnert plötzlich von der Phrasierung her etwas an David Draiman von Disturbed. Mit „Forged In Hell“ und „War“ serviert man uns dann echte Thrash-Abrissbirnen, voll auf die zwölf aber doch auch immer irgendwo melodisch. Das Album ist dazu astrein produziert, klingt angenehm natürlich und besitzt den nötigen Druck, den man im Metal einfach so braucht. Ein klasse Coverartwork, das man sich durchaus auch als Poster an die Wand pappen könnte, runden das absolut positive Gesamtbild ab.

Fazit: Venom sind und bleiben einfach Venom, auch wenn Venom Inc. draufsteht. Man darf die Band heute aber nicht mehr mit den früheren Achtzigern gleichsetzen, als Rumpelsound als (liebenswertes) Markenzeichen galt. Heute klingt alles sauber gespielt und produziert, trotzdem ist dieser typische, rotzige, punkige Charme immer noch voll erhalten. Er wird nun eben mit viel Düsterness und Groove abgerundet, was für Abwechslung sorgt und den Hörspaß über die gesamte Spielzeit aufrechterhält. Vier leckere Chickz gibt’s dafür!


Bewertung: 4 Chicks = Spitzen Album, setzt sich deutlich von der Masse ab!4-Chicks