CD-Tipp

The Privateer – The Goldsteen Lay


Das Album der Woche – KW 31

The Privateer – The Goldsteen Lay

(NoiseArt Records, V.Ö. 28.7.2017)

Pirate Metal! Klar, da denkt jeder sofort an Alestorm oder Running Wild. Dass es aber auch ganz anders geht, zeigen die Freiburger Freibeuter THE PRIVATEER mit ihrem dritten Album „The Goldsteen Lay“ äußerst eindrucksvoll.

Die Band hat ihre musikalischen Wurzeln im Pagan Metal und auch die ersten beiden Alben „Facing The Tempest“ und „Monolith“ waren noch relativ Black Metal-lastig. Aber hier hatte man auch schon mit einigen epischen Parts und Songs angedeutet, zu was die Band noch fähig sein würde. Und in der Tat: die musikalische Entwicklung der letzten vier Jahre gleicht einem Quantensprung! Die Band präsentiert sich anno 2017 gereift, runderneuert und voller Selbstvertrauen mit spannenden, epischen Metal Songs, die keine Angst vor Genregrenzen kennen und vor Abwechslung nur so strotzen. Die einleitende „Preamble“, ein schön episches Gänsehaut-Intro, bringt uns gleich mal in die richtige Stimmung, bevor die Band mit „Where Fables Are Made“ in die Vollen geht. Und wie! Ein fettes Power Metal-Riff kombiniert mit der melodiegebenden Violine lässt gleich mal an alte Skyclad denken. Dann rauher Klargesang von Sänger Pablo, der in der Bridge in schwarzes Gekeife übergeht, um das ganze dann in einen bombastischen, mehrstimmigen Ohrwurm-Refrain münden zu lassen.

Diese wahrlich atemberaubende Stilvielfalt zieht sich dann auch wie ein roter Faden durch das gesamte Album: wunderschöne akustische Zwischenparts, fette Metal-Riffs, die stets präsente Violine, die mit den Gitarren ausgezeichnet harmoniert, kleine fiese Black Metal-Sprengsel, die sich im Gesamtkonzept aber als äußerst effektiv erweisen und der ganzen Sache richtig Feuer geben… Und immer wieder diese unglaublichen Melodien in den Refrains! Für „Wide In The Open“ würden Blind Guardian vermutlich töten, „As We Saw Some Path“ überrascht in seinem eigentlich sanften Chorus mit Gangshouts, in „Survival Of The Quickest“ gibt es ein Keifgesang/Klargesang-Battle und wenn es in dieser Welt irgendwie Gerechtigkeit gibt, dann müsste „Gunpowder Magic“ nächstes Jahr in Wacken von 50000 Kehlen lautstark mitgesungen werden. Wenn sich dann Teufelsgeigerin Clara und Gitarrist Roman auch noch wieselflinke Solo-Duelle liefern, neigt sich des Hörers Begeisterung endgültig gegen Unendlich.

Fazit: „The Goldsteen Lay“ schlägt ein wie eine frisch gezündete Kanonenkugel! Wer mit dem Stilmix aus Power Metal, Folk Metal und leichtem Black Metal-Einschlag klar kommt findet hier ein Album voller packender, mitreißender Songs. Ein Kreativfeuerwerk über die komplette Spieldistanz, das wirklich beeindruckend ist. Der Rezensent ist baff, erhebt in Ehrfurcht seinen Becher Rum und wirft mit vollen fünf Hühnern um sich!


Bewertung: 5 Chicks = Rockt gewaltig, Anwärter zu den Top Alben des Jahres!