Konzert, Roxxy's Blog

BANG YOUR HEAD!!! 2017 – Tag 3

VAIN

Weiter geht es mit frischer Energie und dieses Mal ohne Regenwolken. Da sich unsere Reisegruppe beim Frühstück etwas verquatscht hat kommen wir leider erst auf das Gelände, als Vain bereits mitten in ihrem Set sind.

Falls also vom neuen Album Rolling With The Punches etwas gespielt wurde, so habe ich es nicht mitbekommen. Davy Vain sieht aus, als wäre er seit dem letzten Besuch in Balingen keinen Tag weg gewesen. Ein Interview mit seiner Lederhose könnte ich mir durchaus spannend vorstellen…

Wie gewohnt ohne Schuhe und Socken schlendert und rennt er gut gelaunt über die Bühne, obwohl es ihm als echten Rock’n’Roller eigentlich noch etwas früh ist. Für die Menge ist es natürlich ebenfalls früh, aber der Chor und die Stimmung ist trotzdem bereits beachtlich.

Vain sind eine solide Band, und man kann sich fragen warum nicht mehr aus ihnen geworden ist, denn die Stimme von Davy Vain ist nicht nur charakteristisch, er haut auch bei den Tönen nicht daneben.

Vain

Das hört sich im Grunde immer noch an wie zu Anfang ihrer Karriere und auch das Songmaterial was nach 1989 produziert wurde kann sich hören lassen, und könnte teilweise direkt vom Debütalbum kommen.

Aus der Reihe der gestanden aussehenden Musikern ragt einer der Gitarristen heraus, der uns wie eine Mischung aus Tokio Hotel und einer Figur aus einem Anime anmutet. Rosarote Gitarre, Baseballkappe, Emo-Frisur, riesige Creolen an den Ohren und über den spindeldürren Beinen hängt eine Art weißes Nachthemd. Spannendes Outfit also und offenbar sehr bemüht einen guten Job zu machen, was ihm auch gelungen ist.

Vain

Der Chef der Truppe erzählt uns in bester Plauderlaune, dass er festgestellt hat, dass sich die meisten seiner Songs um Pussies drehen. Und zwar um Crazy Pussy. Die findet er wohl, trotz allen vorprogrammierten Ärgers, spannender als Nice Pussy, die sich vom Cheerleader zum dauerfernsehenden, langweiligen Housewive entwickelt. Ich schätze, das lässt sich 1:1 auch auf Männer übertragen…

Bei der Ankündigung hatte ich natürlich mit No Respect als nächstem Song gerechnet, aber der fiel tatsächlich den vielen Anekdoten von Mr. Vain zum Opfer! Aus der zunächst noch für 3 Songs verbleibenden Spielzeit wurden dann nämlich nur noch zwei, und ratz-fatz ist der Gig dann auch schon zu Ende.

Roxxymeter: für diesen äußerst unterhaltsamen und kurzweiligen Gig gibt es 5 Roxxys, auch wenn das „Jüngelchen“ mit dem Nachthemd eigentlich einen Punktabzug verdient hätte:-)

(Unvollständige Setlist: Love Drug, Icy, Down for the 3rd Time, 1000 Degrees, Who’s Watching You)


DIAMOND HEAD

Die nächsten beiden Bands fallen leider größtenteils den an diesem Tag schon früh aufziehenden Ermüdungserscheinungen zum Opfer.

Das gilt nicht nur für Raven, die mir als Trio auf der großen Bühne etwas verloren vorkommen, sondern weitgehend auch für die Kultband Diamond Head, die im Grunde nur noch durch den Gitarristen Brian Tatler am Leben gehalten wird, dies aber kontinuierlich und immer wieder mit Neuerscheinungen und neuem Blut.

Von weit weg schaffe ich es wenigstens so viel zu sehen, um beeindruckt zu sein von Schlagzeuger Karl Wilcox und dem erst vor wenigen Jahren hinzugekommenen Sänger Rasmus Born Andersen.

Ein geiler Frontmann, der nicht nur gut bei Stimme ist, in seiner roten Hose Sätze über die Boxen macht wie ein Känguru, sondern bei der Bauch-Beine-Po Fraktion zudem durch permanent breitbeinige Kniebeugen Respekt einheimst.

Diamond Head

Natürlich darf mit Am I Evil der Song nicht fehlen, auf den viele gewartet haben, und der dann auch entsprechend zelebriert und gefeiert wird.

Roxxymeter: Eieiei… richtig bewerten kann ich es nicht, ich war zwar beim fotografieren, aber da blieb nichts hängen außer der roten Hose. Ich versteh auch den Kult nicht der um diese Band gemacht wird, an dem Tag war ich wohl nicht in der School of Rock. Da es Mousele Chickz scheinbar recht gut gefallen hat gebe ich 4 Roxxys.


VICIOUS RUMORS

„Bang Your Head would you please welcome from San Francisco/California Vicious Rumors“ so kündigt Thomas Moser (Rock Antenne) stolz die Bay Area Metaller an.

Geoff Thorpe (Gitarre), Brian Allen (Gesang), Gunnar DüGrey (Gitarre), Tilen Hudrap (Bass) und Larry Howe (Schlagzeug) das sind Vicious Rumors 2017.

Von 2009 bis 2013 war Sänger Brian Allen bereits schon mal bei Vicious Rumors und ist 2017 ganz frisch wieder eingetroffen – wo er hoffentlich bleibt, denn mich hat er extrem umgehauen. Was für ein Frontmann, was für Gesten. Er lebt die Songs wie ich es selten bei einem Sänger gesehen habe. Ging in die Knie, schlug sich mit irre gegen den Himmel gerichtetem Blick immer wieder an den Kopf und fiel dann wieder inbrünstig auf die Knie.

Überhaupt war da auf der Bühne sehr viel los. Geoff haute ein Solo nach dem anderen raus, mir ging das Herz auf – so geht Metal, so muss das sein! Ich stand teilweise einfach nur mit offenem Mund da und hab fasziniert dabei zugesehen wie ein brachiales Metal-Feuerwerk auf der Bühne abgefackelt wurde.

Vicious Rumors

Nette Geschichte am Rande: Brian Allen springt in den Graben und will einem der Ordner sein Mikro geben, dieser lehnt erschrocken ab, aber Brian bleibt hartnäckig und drückt es ihm schließlich einfach in die Hand. Der Ordner meinte wohl er soll jetzt singen:-) aber Brian musste die Hände frei haben um ins Publikum zu hechten. Dort rafften sich auch schnell genug Leute zusammen um ihn ein bisschen vor der Bühne surfen zu lassen. An diesem Nachmittag waren allerdings noch zu wenige anwesend, um ein Vollbad in der Menge zu ermöglichen.

Mit Geoffs „Dean Dimebag Razorback V Skulls“ gab es noch eine ganze besondere Schönheit auf der Bühne, die bewundernde Blicke auf sich zog.

Vicious Rumors

Und das war längst nicht alles, Tilen Hudraps (Bass) Mähne wurde auch mit so manchem neidvollen Blick bedacht, das Rock Chicks Auge wurde hier an jeder Ecke erfreut.

Vicious Rumors

Roxxymeter: hierfür kann es nur 6 Roxxys geben! Augen und Ohren wurden von vorne bis hinten, von der ersten bis zur letzten Sekunde mit purem Metal verwöhnt.

(Setlist: Worlds And Machines, Digital Dictator, In Fire, Hellraiser, Down To The Temple, Don’t Wait For Me, Let The Garden Burn, Dust To Dust, Soldiers Of The Night)


DOKKEN

Für die Poser-Gemeinde natürlich unumgänglich, der Auftritt von Dokken. Obwohl bereits der Witz die Runde machte, daß Don Dokken vermutlich noch in der Lage sei Vince Neil zu „toppen“. Daß er das mit links schaffen würde war mir von vornherein klar, hatten wir doch beim Schweden-Rock 2015 die Szenerie nach zwei Stücken verlassen, da wir sonst im Stehen eingeschlafen wären.

In Balingen verlangte es so etwas wie der Poser-Ehrenkodex von Anfang bis Ende dabei zu bleiben, aber einfach war das nicht.

Dabei ist es nicht einmal die Stimme, die mir das Erlebnis so grandios vermiest. Ganz klar verlieren die Songs ihre Energie, wenn sie auf einer nahezu gleichbleibenden Stimmlage gesungen werden. Doch glaube ich, daß sich das noch etwas kompensieren ließe, wenn der Herr mit wenigstens einem Mindestmaß an Enthusiasmus ans Werk ginge.

Da kann sich „Wild“ Mick Brown noch so sehr ins Zeug legen und die Herren an den Saiteninstrumenten ebenso, wenn der Chef wie Prinz Valium daherkommt, dann wird es echt eng, und auch die zugegebenermaßen coolen Klamotten reißen es nicht raus.

Dokken

Die Ansage, wie langweilig und unvorstellbar eine Welt wäre ohne Musik, wirkt unfreiwillig komisch, wenn sie ohne auch nur das Gesicht zu verziehen oder die Stimme zu erheben, gemacht wird.

Als er dann noch dicht auf die sich auf der Bühne befindliche Fotografin zugeht, sie eine Weile fixiert und die „Kopf ab“-Geste macht, worauf diese natürlich sofort das Weite sucht, kann ich nur noch verständnislos den Kopf schütteln.

Es ist traurig, und schade für Chris McCarvill und John Levin, die am Bühnenrand zwar viele Sympathiepunkte sammeln, aber am Ende nicht viel am Gesamteindruck ändern können.

Dokken

Als Don Dokken mit Grabesmiene die Doors Textzeilen „This is the end, my only friend, the end“ lamentiert schaue ich mich um und warte eigentlich nur darauf, daß sich am Himmel ein großer, schwarzer Schatten erhebt und sich wie ein Stein über uns alle legt.

Dokken

Nach wie vor liebe ich die Musik dieser Band und die Setlist war ein Träumchen, aber bevor mir das Ganze nochmal zum Albtraum gerät werde ich Dokken zukünftig nur noch auf Platte anhören.

Roxxymeter: Die Tatsache das Don Dokken gesundheitlich nicht auf der Höhe ist hätte mich gnädig stimmen können, aber die Aktion mit der Fotografin und die permanente Unlust, die er versprühte verdient einfach nicht mehr wie 2 Roxxys – und selbst die haben sich seine Jungs verdient und nicht er.

(Setlist: Don’t Close Your Eyes, The Hunter, Kiss of Death, Into the Fire, Breaking the Chains, Dream Warriors, Alone Again, Maddest Hatter, Too High to Fly, In My Dreams, Tooth and Nail)


THE UNITY

The Unity gingen bei mir mit ordentlich Vorschusslorbeeren ins Rennen. Seit Jahren wollte ich diese Band bzw. ihren quasi Vorgänger Love.Might.Kill live sehen.

The Unity

The Unity gaben sich äußerst energiegeladen und rockten sich mit viel Spaß und Spielfreude durch ihren Set. Mit Sänger Gianba Manenti stand nicht nur ein stimmgewaltiger sondern auch äußerst attraktiver Mann auf der Bühne, da schaut Frau gerne länger hin. Allerdings hatte der so seine liebe Not mit dem Publikum, das einfach nicht so richtig auftauen wollte. Das lag vermutlich an mehreren Faktoren, zum einen war man an Tag 3 doch etwas partygeschwächt und Don Dokkens ungewollte Tiefenentspannung hat auch nicht gerade geholfen sofort wieder auf Enthusiasmus umzuschalten. Außerdem sind sicherlich nicht alle in der Halle mit dem Material vertraut, da die CD erst Anfang Mai heraus kam und derzeit eigentlich nur in Insider-Kreisen gefeiert wird. Ich hoffe das ändert sich im Herbst wenn sie im Vorprogramm von Edguy unterwegs sind, verdient hätten sie es alle mal.

Gianba gab nicht auf das Publikum zu mehr Action zu bewegen, mich schaffte er allerdings nicht:-) Das heißt nicht, dass es mir nicht gefallen hat, im Gegenteil, ich fand die Jungs sehr, sehr gut und freue mich schon auf das nächste mal.

Roxxymeter: Das Fangirl muss 5 Roxxys geben:-) Warum auch nicht, hier wurde nichts falsch gemacht und ordentlich gerockt und dass das Publikum etwas partylahm war, das lag nicht an der Band.

(Setlist: Rise and Fall, Firesign, No More Lies, God of Temptation, Close to Crazy, Calm Before The Storm, Killer Instinct, Send Me a Sign, Never Forget)


MICHAEL SCHENKER FEST

Nach dem Ausflug in die Halle steht auf dem Messegelände ein ganz besonderer Leckerbissen bereit. Michael Schenker und seine drei „Troubadixe“ schicken sich an, das Michael Schenker Fest anzukicken. Die ersten, wie Perlen an einer Schnur aufgezogenen, Töne schickt der Gitarrenmeister instrumental mit Searching For Freedom in den Abendhimmel, bevor als erster Sänger Gary Barden auf die Bühne darf, und mit Let Sleeping Dogs Lie loslegt. Eine großartige Nummer, bei der im Grunde der Gesang Nebensache ist, so daß auch nicht weiter stört, daß die Stimme von Gary Barden etwas schwächelt.

Michael Schenker Fest

Das trifft auch auf Graham Bonnet zu, dessen Gesang mir persönlich etwas zu knödelig daherkommt. Vielleicht war auch nur die Krawatte zu eng, die er zum pinkfarbenen Jacket trägt 😉

Michael Schenker Fest

Natürlich wird den Instrumentalstücken in dieser Show sehr viel Raum gewidmet, denn immerhin ist es das Fest des hellblonden Kopfsockenträgers.

Und dieser steht mit permanent glückseligem Grinsen da und spielt und spielt, spielt sich dabei aber trotzdem nicht bewusst in den Vordergrund. Kein großes Gepose und Gegockel, er freut sich einfach, daß er uns zeigen kann was er liebt und lebt.

Michael Schenker Fest

Trotzdem ist dies eher Musik für wahre Männer, die mit verschränkten Armen wahlweise fachsimpeln oder verzückt starren. Wer mit weniger Testosteron gesegnet ist, der nimmt jetzt seine Toilettenpause.

Darunter wäre vielleicht auch ich gewesen, wenn ich nicht auf Robin McAuley gewartet hätte, und Jubel brandet auf, als er ins Geschehen eingreift.

Einige Male haben wir Michael Schenker im Schwabenland die letzten Jahre sehen dürfen, aber leider fehlte immer etwas. Und so war die Freude groß, als für Balingen 2017 Robin McAuley angekündigt wird. Der Mann, der den gleichen Friseur wie Joey Belladonna zu haben scheint, sieht nicht nur aus wie ein Rockstar, nein, er schwingt gleich mal den Mikroständer durch die Luft, breitet die Arme aus und holt mit seiner kraftvollen Stimme und Bad Boys zum Rundumschlag aus, gefolgt von Love Is Not a Game.

Michael Schenker Fest

Zur letzten Glückseligmachung hätte mir jetzt noch Anytime gefehlt, aber der Song steht heute leider wieder nicht auf der musikalischen Speisekarte.

Rocken bis der Arzt kommt drängt sich als Schlusssatz jetzt geradezu auf, denn zum Finale mit dem Jahrhundertstück Doctor Doctor kommen alle noch einmal auf die Bühne und bringen ein mehr als gelungenes Fest zum Ende.

Roxxymeter: was war ich doch froh als Robin endlich auf die Bühne kam. Mit einem Sänger der auch aussieht wie ein Rockstar macht das ganze schon mal wesentlich mehr her, weder ein pinkes Jacket mit Krawatte noch ein Kerl mit Hut geben dem Ganzen den richtigen Rahmen. 5 Roxxys, weil die Kategorien Sympathie, Spaß und Spielfreude bestens bedient wurden.

(Setlist: Searching For Freedom, Let Sleeping Dogs Lie, Victim Of Illusion, Attack Of The Mad Axeman, Armed And Ready, Coast To Coast, Desert Song, Dancer, Assault Attack, Captain Nemo, Bad Boys, Love Is Not A Game, Save Yourself, Rock Bottom, Doctor Doctor)


HAMMERFALL

Zum Abschluss des diesjährigen BANG YOUR HEAD!!! Festivals reiten wir nochmals in eine Schlacht. Man hört den Schmiedehammer auf das Schwert fallen und dann legen Hammerfall mit Hector’s Hymn los. Die einen sprechen von pathetischem Kitsch, für die anderen sind sie die Urväter des Powermetals, in jedem Fall waren sie an diesem Abend ein würdiger Headliner!

Hammerfall

Kleine Anekdote am Rande, kurz vor Konzertbeginn sehe ich etwas Hellblondes von hinten am äußeren Bühnenrand und denke „Oh, ich wusste gar nicht daß ein Duett mit Doro geplant ist?“. Äh ja, Doro war gewachsen oder Oscar geschrumpft, je nachdem wie man es sieht. Mein Irrtum war mir selbst schnell klar und vielleicht wird es Zeit für eine neue Brille 😉

Hammerfall

Trotz diverser Wechsel, Aus- und Unfällen mit unfreiwilligen, oder im Fall von Fredrik Larsson, auch freiwilligen Pausen, liefern Hammerfall seit mehr als zwei Jahrzehnten auf kontinuierlich hohem Niveau, und das ist der Grund warum in Balingen eine Spezial-Show zu Ehren von 20 Jahren Glory To The Brave auf dem Programm steht.

Dazu hat man sich nicht etwa entschieden das Album in voller Länge zu spielen, viel mehr wird eine längere Session gespielt mit Unterstützung von Draupner, einer Folk-Band aus Schweden, die mit Magnus Holmström den Weltmeister an der Schlüsselharfe zu ihrer Besetzung zählen darf. Folk und die benutzten Instrumente sind nicht gerade das, womit meine Ohren viel anfangen können, daher bin ich offen gestanden eher froh, als diese wieder etwas in den Hintergrund rücken.

Hammerfall

Das Publikum mobilisiert die letzten Reserven nach anstrengenden drei Festivaltagen und ein Meer von Armen geht in die Luft, lässt die Mähnen zusammen mit den Musikern auf der Bühne kreisen und als Tausende von Stimmen den Chorus „Nothing On Earth Stays Forever“ singen, überkommt mich eine Gänsehaut und das Gefühl widersprechen zu müssen, denn genau solche Momente werden für immer Bestand haben.

Hammerfall

Diese Show ist grandios von Anfang bis Ende, da stimmt einfach alles. Eine super sympathische und eingespielte Band mit einem stimmgewaltigen Sänger und eingängigen Hymnen. Metal-Klischees mit fliegenden Haaren, nickenden Köpfen, Leder und Ketten werden zuhauf bedient, ohne lächerlich zu wirken. Die Lightshow und Pyros tun noch ihr übriges dazu, um Hammerfall unter das BANG YOUR HEAD!!! 2017 Open-Air Programm den wuchtigen Schlußpunkt setzen zu lassen.

Roxxymeter: dem kann ich außer 6 Roxxys für einen würdigen Headliner nichts hinzufügen! Hammer High \m/

(Setlist: Hector’s Hymn, Riders Of The Storm, Blood Bound, Any Means Necessary, Renegade, Dethrone And Defy, Last Man Standing, Let The Hammer Fall, Built To Last, Between Two Worlds, I Believe, Medley To The Brave, Glory To The Brave, Hammer High, Bushido, Hearts On Fire)


AXXIS

Es gibt Abende da ist man, trotz allen Feierns, froh sich zurückziehen zu können, die Schuhe auszuziehen und die Beine hochzulegen.

Der Auftritt von Hammerfall hat jedoch keine Energie gesaugt, sondern eher für das Gegenteil gesorgt. Und so finden wir uns nach dem obligatorischen Feuerwerk in der Halle wieder, wo Axxis die Ehre haben die geilste Party des Jahres komplett zu beschließen.

So wie uns ging es offenbar vielen, denn die Halle ist sehr gut gefüllt und die Stimmung riesig. Wer könnte um diese Uhrzeit und nach 3 Tagen Festival noch besser für gute Laune sorgen als Bernhard Weiß und seine Kollegen von Axxis?

Bernhard ist seit 1988 das Rückgrat der Band, hüpft wie eh und je herum wie ein Flummy und sorgt mit seinen schlagfertigen Sprüchen zwischendurch immer wieder für Lacher.

Trotz vorgerückter Stunde findet sich im Publikum auch noch ein junger Nachwuchsrocker, den sich Axxis auf die Bühne holen, und es fällt der Spruch, daß Kinder auf der Bühne besser sind als Frauen, denn besoffene Frauen wären nicht zu ertragen. Als der Kleine sich vor lauter Aufregung übergeben muß liegt natürlich nichts näher als die Bemerkung „da hätten wir auch gleich ne Frau nehmen können“. Das ist Situationskomik. 🙂

Neben gut gelaunter Unterhaltung passt auch die Musik und Axxis spielen sich durch ein Programm, in dem sich die Stücke des aktuellsten Machwerks gut in die Klassiker einfügen. Die Party hätte gut und gerne noch eine Weile so weitergehen können, aber nach der zweiten Zugabe und einem Chor aus den Kehlen der immer noch feierfreudigen Menge ist endgültig Zapfenstreich, aber nicht bevor Horst ihnen zumindest die halbe Zusage entlockt, im Dezember zu einem Weihnachts-Metal-Meeting in Balingen wiederzukommen.

Roxxymeter: oh mein Gott, war das genial als Jakob (ich glaube so hieß der kleine Nachwuchsrocker) dachte er muss die Flasche Wasser in einem Zug leeren, denn so machen es doch die ganz harten Rocker. Die Strafe folgte leider sofort, denn das war dann doch zu viel auf einmal und er hat – auch wie die echten Rocker – halt dann mal eben auf die Bühne gereiert. Die Geschichte wird sich der Kleine von nun an bei jeder Gelegenheit anhören müssen:-)

Axxis sind immer ein Garant für Spielfreude und Spaß auf der Bühne, 6 Roxxys für einen äußerst imposanten Abschluss des BYH 2017!

(Setlist: Heavy Metal Brother, Tales Of Glory Island, Little War, Somebody Died At The Party, Blood Angel, Hall Of Fame, Queen Of The Wind, Touch The Rainbow, Heavy Rain, My Little Princess, Little Look Back, Living In A World, Kingdom Of The Night, Na Na Hey Hey Kiss Him Goodbye)


Ein Fazit für das BANG YOUR HEAD!!! 2017 zu ziehen fällt gar nicht so leicht, denn in der schwäbischen Wundertüte waren in diesem Jahr ganz unterschiedliche Dinge, von peinlich-amüsant bis hin zu ärgerlich, jedoch gut durchmischt mit lustig, klasse und herausragend. Am Ende ist aber nicht nur die Musik ausschlaggebend, sondern vor allem auch die Stimmung im Publikum, mit „Friends und Family“, wie man so schön sagt, und das macht dieses Festival nach wie vor zum wichtigsten und schönsten Event des Jahres.


Bericht: Gunda Markert (Vicious Rumors, The Unity: Susanne Hentschel)
Fotos und Roxxymeter: Susanne Hentschel