CD-Tipp

Review: Orden Ogan – Gunmen


Das Album der Woche – KW 28

Orden Ogan – Gunmen

(AFM Records, V.Ö. 7.7.2017)

Rechnet man das selbstproduzierte Debut „Testimonium A.D.“ mit, so präsentieren uns Orden Ogan aus Nordrhein-Westfalen mit „Gunmen“ ihr nunmehr sechstes Studioalbum. Und vor allem seit dem famosen Vorgänger „Ravenhead“ ist die Band richtig am Durchstarten und hat sich in der Power Metal-Fangemeinde ihren festen Platz erspielt.

Auch auf dem neuesten Output regiert wieder diese ganz ureigene Form des epischen, melodiösen Power Metals, die sich die Band über die Jahre als Markenzeichen erarbeitet hat. Die genretypischen knackigen Riffs, wuchtigen Drums und wieselflinken Soli auf der einen Seite, aber sehr melodiöse, von klassischen Rock- und Progbands wie Saga, Yes oder Asia beeinflusste Arrangements und Gesangsmelodien auf der anderen bilden zusammen fantastische, zumeist in Überlänge komponierte Hymnen. Bereits der titelgebenden Opener „Gunman“ und der folgende Megaohrwurm „Fields Of Sorrow“ ziehen hier alle Register, in etwa eine Art AOR-Powermetal mit viel Keyboards und Chorgesang zu harten, nach vorne treibenden Riffs und Doublebass. Diese Formel, die bei der Konkurrenz schonmal gern gewaltig in vor Pathos triefenden Kitsch und Kinderliedchen abdriftet, funktioniert bei Orden Ogan ganz hervorrangend! Hier wird auch, aber eben nicht nur auf Mitsingbarkeit und Patsch-Patsch-Kompatibilität geachtet, sondern hier werden tiefgehende, packende Songs mit kompositorischer Raffinesse und überraschenden Wendungen geboten. Auch die Lyrics, die sich diesmal rund um das Thema Wilder Westen drehen, wurden gekonnt musikalisch integriert, so findet man in den Songs immer wieder mal kleine typische Westernmelodien und ähnliche Goodies. „Come With Me To The Other Side“ ist ein Metal-Brecher, der mit Gastsängerin Liv Kristines einschmeichelnder Stimme einen gelungenden Gegenpart beinhaltet. „Ashen Rain“ kombiniert moderne, hart groovende Riffs mit völlig gechillten Strophen und einer Hymne als Chorus, für die diverse Wölfe oder Geister ihren rechten Arm geben würden. Das fast neunminütige „Finis Coronat Opus“ rundet dann ein tolles Album gekonnt ab, dem zudem eine gelungene Produktion und ein wirklich grandioses Coverartwork spendiert wurden.

Fazit: „Gunmen“ ist ein rundherum gelungenes Album, das mit Abwechslung und der Liebe zum Detail zu überzeugen weiß. Gelegenheitshörer finden schnell Melodien zum Mitsummen, Headbanger bekommen genügend Nackenbrech-Gelegenheiten und die Kopfhörerfraktion wird sich an den komplexen Arrangements und den vielen kleinen versteckten Spielereien erfreuen, die es zu entdecken gilt. Epischer Powermetal at its Best!


Bewertung: 4 Chicks = Spitzen Album, setzt sich deutlich von der Masse ab!4-Chicks