CD-Tipp

Review: Stallion – From The Dead


Das Album der Woche – KW 27

Stallion – From The Dead

(High Roller Records, V.Ö. 30.6.2017)

Als Stallion aus Baden-Württemberg 2013 ihre Debut-EP „Mounting The World“ veröffentlichten, schlug die Band mit ihren Speed Metal-Hymnen und dem Hair Metal-Outfit im Underground ein wie die berühmte Bombe. Mit ihrem ersten Album „Rise And Ride“ und fulminanten Liveshows wurde der Status als „heißester Scheiß“ eindrucksvoll gefestigt.

Nun also Album Nummer zwei „From The Dead“, das musikalisch natürlich auch wieder ganz tief im US Metal der 80er-Jahre verwurzelt ist und – soviel sei vorweggenommen – ihre bisherigen Veröffentlichungen nochmal toppen kann. Bands wie Exciter, Liege Lord, Cirith Ungol, Helstar und allen voran Lizzy Borden dürften den Sound Stallions nachhaltig beeinflusst haben. Letztere auch deshalb, weil Sänger Paulys Stimme durchaus Ähnlichkeit mit der von Lizzy Borden hat. Vor allem aber deshalb, weil sich die Band, ähnlich eben wie Lizzy Borden, in der gesamten Breite des Genre-Spektrums wohlfühlt und von Hard Rock, Sleaze Rock, Heavy Metal, Speed Metal bis hin zu sogar thrashigen Parts alles in ihre Songs einbaut, was die Metalszene Mitte der 80er zu bieten hatte. Und diese Mischung zündet. Wo andere Bands, die dies versuchen, oft zusammenhangslos und aufgesetzt wirken, schaffen es Stallion erneut, die einzelnen Zutaten fließend miteinander zu kombinieren. Klar, der Opener „Underground Society“ haut erstmal richtig ins Mett mit knackigen Thrash-Parts und eindringlichem Chorus. Aber dann geht die fröhliche Genremix-Achterbahn auch schon los: „Down And Out“ könnte auch auf Accepts „Breaker“ stehen, „Waiting For A Sign“ ist ein Melodic-Ohrwurm allererster Güte mitsamt Keyboard-Linie, „Step Aside“ und der Titelsong bieten guten alten Speed Metal in Reinkultur und mit dem abschließenden „Awaken The Night“ gibt es kernig stampfenden, klassischen Heavy Metal der Marke Omen und Co. Das erstaunliche dabei: Stallion schaffen das Kunststück, jedem einzelnen Song, egal ob hart und schnell oder langsam-melodiös, ihren ganz eigenen Stempel aufzudrücken. Dadurch wirkt das Album wie aus einem Guss und sprudelt förmlich vor Abwechslung, was den Hörspaß über die gesamte Spielzeit ganz oben hält. Dass dabei auch die Produktion nach 80er klingt, trotzdem aber heutigen Hörgewohnheiten standhält, rundet das positive Gesamtbild dann noch perfekt ab.

Fazit: Fans des 80er Metals kommen an Stallion einfach nicht vorbei. Die Band wirkt durch und durch authentisch, man hört den Jungs zu jeder Sekunde an, dass sie diesen Sound lieben und auch leben. „From The Dead“ weiß durchgehend zu überzeugen und wird die Band auf jeden Fall ein gutes Stück weiter nach vorne bringen. Checkt die Jungs auch unbedingt mal live an und lasst Euch von ihrer unbändigen Spielfreude mitreißen!


Bewertung: 4 Chicks = Spitzen Album, setzt sich deutlich von der Masse ab!4-Chicks