CD-Tipp

Review: Alestorm – No Grave But The Sea


Das Album der Woche – KW 22

Alestorm – No Grave But The Sea

(Napalm Records, V.Ö. 26.5.2017)

Zum fünften Mal stechen die schottischen Metal-Piraten nun „Under the Sign of Ale“ wieder in See. Taktisch wertvoll erfolgt dies gleichzeitig mit dem Start des neuen „Fluch der Karibik“-Films, was sicherlich kein Zufall ist. Denn sowohl Charaktere als auch Atmosphäre der Geschichten rund um Captain Jack Sparrow waren schon immer ein großer Bestandteil in Alestorms Konzept. Und so sieht man vor seinem geistigen Auge auch bei „No Grave But The Sea“ wieder die Black Pearl in den Hafen von Port Royal segeln und wilde Piratenhorden wüste Parties in der Hafentaverne schmeißen.

Und das bringt uns schon genau zu Alestorms Musik: „No Grave But The Sea“ ist der Party-Metal-Kracher des Jahres! Wer seinen Metal lieber ernst mag, der wird Alestorm hassen. Wer selbst aber ganz gerne mal auf Festivalgrounds dezent betüdelt dem unfassbaren Blödsinn fröhnt, der findet hier definitiv den Soundtrack des Sommers! Die Mischung aus Power Metal und dem „Fluch der Karibik“-Soundtrack funktioniert auch auf dem neuen Album wieder vom allerfeinsten. Die vorab veröffentlichte Bandhymne „Alestorm“ macht die Marschrichtung gleich ganz klar: laut grölend geradeaus ins Chaos mit einer Hymne als Refrain, für die Bands wie Hammerfall töten würden! Dies zieht sich durch das komplette Album, es reiht sich Hit an Hit, Knaller an Knaller! Sehr positiv fällt dabei die Hinzunahme der derben Shouts von Keyboarder Elliot Vernon auf, die eine frische, moderne und auch etwas härtere Note in den Sound einbringen und ihn noch mehr nach vorne pushen. Und so bringt man uns mit krachenden Gitarren und Schifferklavier Stories dar von der Verwüstung von Schlumpfi’s Bar und Imbiss in Thüringen, der fürchterlichen Rache an einem karibischen Hexendoktor mit einem Anker und vom Urlaub nach den Raubzügen in Mexiko. Wir segeln zur Schatzinsel mit Kisten voller Rum und sowieso bis ans Ende der Welt. Und das in musikalisch solch unwiderstehlicher Art und Weise, dass man von der ersten Sekunde an breit grinsend das ganze Album mitsingt und -grölt.

Fazit: Yarr Captain! With a bottle of Rum and a yo ho ho!


Bewertung: Keine Chickz diesmal, „No Grave But The Sea“ bekommt 5 von 5 Pirate Ducks! 😀