CD-Tipp

Review: Devil – To The Gallows


Das Album der Woche – KW 17

Devil – To The Gallows

(Soulseller Records, V.Ö. 21.4.2017)

Ein faszinierendes, weil ganz und gar ungewöhnliches Album haben uns die Norweger DEVIL da mit ihrem dritten Werk „To The Gallows“ kredenzt. Und wenn der Sound nur sehr schwer in Worte zu fassen ist, dann müssen eben Vergleiche herhalten.

Nehmen wir als Grundbasis mal ganz ganz alte Black Sabbath. Dazu die betont kauzige und ganz eigene Art der Melodieführung von Bands wie Angel Witch oder Manilla Road. Dazu haben wir einen allgegenwärtigen sleazig-punkigen Hauch a la Hanoi Rocks und Warrior Soul. Aber hauptsächlich haben mystisch/hymnisch anmutende Doom-/Gothic-/Occult Rock-Kapellen wie Blue Öyster Cult, Danzig oder auch Ghost ihren festen Platz in DEVILs Musik, und diese Bands weisen dann auch textlich die größte Verwandtschaft auf. Das wirklich faszinierende dabei ist aber diese unendliche Kreativität und auch Unbekümmertheit, mit der die Norweger mit ihren Einflüssen umgehen, sie neu kombinieren und interpretieren und daraus ihren ganz eigenen Sound kreieren. Weitab von perfekt glattpolierten Bombastproduktionen rumpelt „To The Gallows“ förmlich, bewusst auf’s nötigste reduziert, aus den Boxen und versprüht dabei einen wunderbaren Underground-Charme, dem man sich nur schwer entziehen kann.

Pure, spontane Gefühls-Musik, aus dem Bauch heraus gespielt, ohne Anspruch auf Perfektion, dafür aber durch und durch authentisch. Und so verleiten der Titelsong oder „David & Goliath“ schnell zum Mitsingen, mit „Reaper’s Shadow“ oder „Regulators“ geht’s auch gerne mal ruppiger zu Werke und mit der Hymne „Peasants & Pitchforks“ wird dem Hörer dann noch ’ne amtliche Gänsehaut verpasst. „To The Gallows“ ist ein Fest für alle Fans des Retro-Heavy-Rock/Metal und eine absolute Underground-Perle, wie man sie nur selten zu Gehör bekommt. Unbedingt antesten!

 


Bewertung: 4 Chicks = Spitzen Album, setzt sich deutlich von der Masse ab!4-Chicks