Roxxy's Blog

Musik und Marketing – zwei Welten treffen aufeinander…

Nach den Doppelschichten vor Ostern hatte ich mir mal wieder etwas Rock’n’Roll verdient und war diese Woche bei einem Konzert einer durchaus renommierten Band. Das Konzert war super, gar keine Frage, aber was etwas erstaunte war die übersichtliche Ausstattung des Merchandise-Stands.

Offenbar fiel das nicht nur mir auf, denn ein Konzertbesucher sprach den Sänger hinterher darauf an, da er gerne eine CD gekauft hätte. Und er war nicht der Einzige, der CDs oder sogar Vinyl vermisst hat.

Die Antwort der Sängers war, dass sie keine CDs dabei haben, sondern nur T-Shirts. Weil ihm der Gedanke gefällt, dass die Leute am nächsten Tag in den Plattenladen gehen und die Scheibe kaufen.

Das hörte sich zwar nett und ehrbar an, vor allem da ja gerade gestern der Record Store Day stattfand, aber ich hätte zu gern kluggegackert, dass mir das vom Marketing-Standpunkt her nicht sehr smart erscheint. Ein Fan ist ja nicht nur Musikliebhaber und ein Musiker nicht nur Künstler, sondern wir sind Kunden und der Künstler ist Geschäftsmann. Spätestens bei Profis, die von ihrem Produkt leben wollen/müssen darf durchaus auch ein wenig Geschäftssinn dazugehören.

Es geht nicht darum jemandem die letzten Kröten aus der Tasche zu ziehen oder den Fan/Kunden abzuzocken. Aber als Fan nimmt man ja durchaus gerne etwas mit, das einen hinterher noch an ein tolles Konzert erinnert. Unter dem Eindruck des gerade Erlebten und der entspannten Atmosphäre sitzt der Geldbeutel doch um einiges lockerer und wer sich das nicht zunutze macht hat schlichtweg eine Umsatzchance vertan.

(Gut, manchmal fragt man sich hinterher was man damit soll, und da wandert die CD einer Band, die ausser einem hübschen Bassisten nichts zu bieten hatte in die gleiche Schublade wie das Souvenir, das man in ähnlichem Emotionstaumel beim Besuch einer Kaktusfarm während des letzten Pauschalurlaubs erstanden hat….)

Der eine oder andere nimmt sich vielleicht tatsächlich vor die Platte am nächsten Tag oder zumindest beim nächsten Besuch des Plattenladens zu erwerben, aber ich lasse mich jetzt mal zu der Behauptung hinreißen, dass es die wenigsten tun. Maximal werden einige noch den online Einkaufskorb bemühen, aber für den Rest gilt, aus den Augen aus dem Sinn.

Wir leben in einer schnelllebigen Zeit und ein geiles Konzert heute, ist morgen schon Geschichte. Schon rollen die nächsten Nightliner an und wenn diese Band mehr Merchandise dabei hat, dann lasse ich eben dort mein Geld.

Aber ich bin ja nur ein Huhn, was weiss ich denn schon….? Dabei lege ich das zweite Ei am Sonntag auch nur deswegen, weil da die Nachfrage am Grössten ist! 😉