Alle Artikel in: CD-Tipp

BONFIRE –  Live On Holy Ground – Wacken 2018

Lauschangriff – KW 26/19 BONFIRE –  Live On Holy Ground – Wacken 2018 (Pride & Joy Music, VÖ 14.06.2019) BONFIRE gehören seit Jahrzehnten nicht nur zu den tour- und neuerdings auch veröffentlichungsfreudigsten Bands, sondern seit ihrem Album „Glörious“ auch zu den regelmäßigen und gerngesehenen Stammgästen im ‚Lauschangriff’ meiner Sendung. Kaum sieben Monate nach ich ihrem wirklich großartigen Cover-Doppelalbum „Legends“ kredenzen uns Hans Ziller und seine Mannen in Form von „Live On Holy Ground – Wacken 2018“ nun auch noch ganz überraschend ein verdammt starkes Live-Dokument, das sowohl als DVD, CD, LP und natürlich auch als Download erhältlich ist. 20 Jahre nach ihrem ersten Auftritt beim legendären Wacken Open Air hatten BONFIRE am 04. August 2018 endlich mal wieder die Ehre auf weltgrößtem Heavy Metal-Festival auftreten zu dürfen. Dieses ganz spezielle Ereignis hat die Band zum Anlass genommen, ihren Auftritt, bei dem sie eine exzellente Auswahl ihre größten Hits aufgefahren haben, in Bild und Ton festzuhalten. Die Setlist besteht u. a. aus zeitlosen Klassikern wie „Don’t Touch The Light“, „Give It A Try“ und „Ready For …

SCHORSCH HAMPEL –  hoamwehblues

Lauschangriff – KW 23/19 SCHORSCH HAMPEL –  hoamwehblues (Focus/ BSC Music, VÖ 03.05.2019) Durch das Debüt „Secänd Händ Blues“ von SCHORSCH & DE BAGASCH im Jahr 2006 wurde ich erstmals so richtig aufmerksam auf den Münchener Bluespoeten. Mit diesem Album hat er damals nicht nur voll meinen Nerv für ehrlich handgemachte Musik im bayrischen Slang getroffen, sondern mich dadurch auch endgültig mit der Droge Blues infiziert. Seither hab ich sein musikalischen Schaffen nicht mehr aus den Augen bzw. Ohren verloren und jede seiner Veröffentlichung förmlich in mich aufgesogen. Nun liegt mir mit „hoamwehblues“ sein neuestes – wohl persönlichstes und erdigstes – Album zum ‚Lauschangriff’ vor. „hoamwehblues“ beherbergt 16 packende Songs, die ganz ungeschminkt ‚Gschichtn mittn ausm Lebn’ erzählen, ob nun einfach ‚gestohlen’ oder selbst erlebt. Sei’s nun tiefsinnig-rückblickend, mahnend-gegenwärtig und sehnsuchtsvoll-vorausschauend zugleich in nur einem einzigen Song („Schee wars“), neuzeitlich-bissig („Ja ned mein Hund“), lakonisch-verträumt („Jeds mechad“) oder einfach nur völlig wortkarg („Nehemia“). Auch wenn die Musik auf das Nötigste und Wesentlichste reduziert ist, stellt es (abgesehen von „Together“/ 2011) nachdrücklich das vielseitigste Album dar, …

DARK BLUE INC. – Linked To Life

Lauschangriff – KW 21/19 DARK BLUE INC. – Linked To Life (El Puerto Records, VÖ 26.04.2019) Bereits im Zuge des ‚Lauschangriffs’ zum letzten SAINTED SINNERS-Album „Back With A Vengeance“ hat mich Frank Pané (BONFIRE) auf sein neues (Solo-)Projekt DARK BLUE INC. aufmerksam bzw. neugierig gemacht und mich in der Folgezeit immer wieder mit interessanten News zu diesem Thema versorgt. Diese Tage erscheint nun mit „Linked To Life“ endlich das mit Spannung erwartete Debüt. Zur Verwirklichung des Projekts hat sich der Ausnahmegitarrist – neben seiner bezaubernden Frau Lydia Pané (Background- und Leadgesang) – mit Sänger Göran Edman (KARMAKANIC/ ex-YNGWIE MALMSTEEN/ ex-STREET TALK), seinem einstigen BONFIRE-Kollegen Harry Reischmann (Schlagzeug) sowie Bassist Hal Patino (MARYANN COTTON/ ex-KING DIAMOND/ ex-PRETTY MAIDS) und den italienischen Tastenzauberer Andrea Vergori (WHEELS OF FIRE) nicht nur namhafte Musiker, sondern auch wahrlich echte Meister ihres jeweiligen Faches mit ins Boot geholt. Musikalisch fährt er mit diesem illustren Sextett eine etwas progressivere und modernere Hard Rock- und Metal-Kost auf, als man es von ihm bei SAINTED SINNERS oder BONFIRE her gewohnt ist. Trotzdem ist das …

GREGOR EICHINGER –  A bisserl Lebn’

Lauschangriff – KW 19/19 GREGOR EICHINGER –  A bisserl Lebn’ (Claudy Records, VÖ 29.03.2019) Eigentlich war ich der felsenfesten Überzeugung, dass in absehbarer Zeit ein reines Instrumental-Album von GREGOR EICHINGER bei mir auf dem Schreibtisch landen würde, hat doch der Gitarrist dies selbst in den letzten Jahren immer wieder mal verstärkt durchblicken lassen. – Aber weit gefehlt, stattdessen verblüfft er uns – fünf Jahre nach dem letzten GREX-Album „House Of Music“ – mit einem erfrischend-knackigen PopRock- und Blues Rock-Album im bayrischen Slang. Da werde ich als passionierter Mundart Rock-Freak logischerweise sofort hellhörig und bereits nach dem ersten Hördurchgang stand fest: „A bisserl Lebn’“ ist – ohne wenn und aber – ein klarer Fall für meinen ‚Lauschangriff’. Bereits mit dem bluesy-groovenden Opener „Du & I“, weiß der Bad Reichenhaller Gitarrist und Sänger nicht nur zu überzeugen, sondern hat mit seinen erstklassigen Jodel-Parts auch gleich die allererste faustdicke Überraschung parat. Während in der folgenden Hammer-Ballade „Schwerelos“ ein Hauch a la HUBERT von GOISERN – gepaart mit raffiniert eingewebten Flamenco-Part – mitschwebt, lässt sich bei „Sensationell“, das mich …

MARC JÜRS AND A BUNCH OF HEARTBREAKERS – Music For The Working Class

Lauschangriff – KW 16/19 MARC JÜRS AND A BUNCH OF HEARTBREAKERS – Music For The Working Class (Alster Records, VÖ 12.04.2019) Vor gut zwei Jahren hat mich mein Kumpel Carsten ‚Lizard’ Schulz (ex-EVIDENCE ONE/ ex-DOMAIN) auf das selbstproduzierte EP-Debüt eines gewissen MARC JÜRS – zu dem er ein paar Backing Vocals beigesteuert hat – aufmerksam gemacht, da er aus unseren gemeinsamen ‚Rock It!’-Tagen genau wusste, dass er bei mir mit „River Of Blood“ genau ins schwarze Treffen würde. Nun legt der überaus talentierte Songwriter, Sänger und Gitarrist unter dem Banner MARC JÜRS AND A BUNCH OF HEARTBREAKERS mit „Music For The Working Class“ sein – nicht nur von mir sehnlich erwartetes – ‚full length’-Debüt vor und drängt sich damit förmlich für meinen ‚Lauschangriff’ auf. Neben den 4 Songs der bereits erwähnten EP enthält das Album sechs brandneue Songs und einen Bonustrack. Also insgesamt elf Songs, während denen Marc Jürs und seinen Mannen zwischen Singer/ Songwriter-Stoff, Country („Minersville“), Folk („River Of Blood“), Blues und Rock – getränkt in einem Meer an wunderschönen Melodien und grandiosen Hooks …

T. G. COPPERFIELD – Magnolia

Lauschangriff – KW 09/19 T. G. COPPERFIELD – Magnoli (Timezone Records, VÖ 08.02.2019) Nach zwei sehr persönlichen („Tunes For George“) bzw. gefühlvollen („Sweet Honey“) Minialben im vergangenen Jahr meldet sich das Arbeitstier T. G. COPPERFIELD kaum 14 Monate nach seinem letzten Soloalbum „The Worried Man“ bereits mit dem Nachfolger zurück. Im Vergleich zu den eingangs genannten EPs geht der 3 DAYZ WHIZKEY-Mastermind auf seiner dritten ‚full length’-Scheibe – die übrigens zeitgleich mit dem Comeback seiner Hauptband erschienen ist – wieder deutlich beschwingter und rockiger, aber nicht minder abwechslungsreich zur Sache. Anfangen vom fast schon ‚rebellischen’ Opener „They Put Out The Fire“, der vorab bereits als Videosingle veröffentlicht wurde, über den heftig stampfenden Midtempo-Groover „What Have I?“ bis hin zu „Roll With The Punches“, das trotz aller Durchschlagskraft und Rotzigkeit gehörig swingt, wird so richtig schön ‚old school’-mäßig drauflos gerockt. T. G. COPPERFIELD wäre aber auch nicht T. G. COPPERFIELD, wenn er sich auf „Magnolia“ doch tatsächlich stilistische Grenzen setzen würde oder sich gar von irgendwelchen Trends beeinflussen ließe. Man höre sich nur das relaxte „The …

3 DAYZ WHIZKEY – Common Buzzard Blues

Lauschangriff – KW 09/19 3 DAYZ WHIZKEY – Common Buzzard Blues (Timezone Records, VÖ 08.02.2019) Eigentlich hab ich fast schon nicht mehr damit gerechnet, aber nun ist es doch tatsächlich da, das neuen Album von 3 DAYZ WHISKEY. Fast fünf Jahre nach ihrem letzten Longplayer „Steam“ präsentieren sich die Regensburger Southern Blues Rocker auf „Common Buzzard Blues“ stärker und vielseitiger denn je. Folglich, ein klarer Fall für meinen ‚Lauschangriff’. Schon mit dem schmissigen Opener „Back On The River“, bei dem zwischendurch die Tasten zu richtig fetzig klimpern und die Gitarren quietschfidel vorwärtsrocken, zeigt die mittlerweile zum Sextett erstarkte Band um Songwriter, Produzent und Gitarrist T. G. COPPERFIELD, dass sie die letzten Jahre einen gewaltigen Schritt nach vorne gemacht haben. Diesen Eindruck untermauern die Oberpfälzer mit dem anschließenden Midtempo-Groover „High & Dry“, der mit Sicherheit auch auf einer der letzten Scheiben von TOM PETTY eine verdammt gute Figur gemacht hätte, sowie „I’ll Get By“, das sich fast so anhört, als hätten AC/DC und ZZ TOP gemeinsame Sache gemacht, mehr als deutlich und eindrucksvoll. Nach diesem großartigen …

BLACK TIGER – Black Tiger

Lauschangriff – KW 07/19 BLACK TIGER – Black Tiger (Freemood, VÖ 12.10.2018) Durch einen befreundeten Sänger wurde ich zu Beginn des Jahres auf eine Band namens BLACK TIGER aufmerksam gemacht. Er lobte das selbstbetitelt Debütalbum der Tschechen, die zwischen 2010 – 2015 in Eigenregie bereits drei national ziemlich erfolgreiche EPs veröffentlich haben, als ‚ein großartiges Album voll schöner Melodien und Songs’. Mit dieser Aussage hat er mich auf besagte Scheibe natürlich richtig neugierig gemacht und tatsächlich drängt sich ‚Black Tiger’ für einen amtlichen ‚Lauschangriff’ auf. Die 10 Songs des Albums pendeln äußerst geschickt zwischen typischem AOR („Don’t Leave Me“) und melodischem Hard Rock („Life Is A Game“) hin und her, und fahren dabei alles auf, was sich der geneigte Zuhörer von diesem Genre erwartet: Starke Melodien, fette und eingängige Chöre, spannende Arrangements („Reason To Life“), sehr viel Gefühl und schöne Harmonien („Solitary Man“) sowie ein Meer an Gitarren findig verpackt in einem klaren, aber nicht minder kraftvollen Sound und einer wahrhaft anmutigen Produktion, für die sich Mario Percudani (Gitarrist von HARDLINE/ HUNGRYHEART) verantwortlich zeichnet. Als …

FLAMING FENIX – The Joker

Lauschangriff – KW 05/19 FLAMING FENIX – The Joker (Eigenproduktion, VÖ 28.12.2018) Mit „The Joker“ von FLAMING FENIX liegt mir erstmals eine Folkrock-Scheibe zur Besprechung bzw. zum ‚Lauschangriff’ vor. Der rotzig-schnurrende 6-Zylinder aus Ingolstadt, der bereits seit 2013 sein ‚Unwesen’ treibt, hat um die Jahreswende herum seinen sein ‚full length’-Debüt ins Rennen geschickt. Um den vielschichtigen Sound der Band nur halbwegs gerecht zu werden, muss man schon verdammt weit ausholen. Man stelle sich nur mal vor, BOB DYLAN würde sich mit TRACY CHAPMAN zusammen tun, und als Band wären die WHITE STRIPES, ein paar Musikern von den CRANBERRIES sowie LaBrassBanda-Trompeter/ Sänger Stefan Dettl („Be Yourself“) mit von der Partie. So wechseln sich auf „The Joker“ laute („In Heaven“) und richtig fetztige Nummern (Titeltrack), sowie ruhigere („Turn Around“) und gefühlsbetonte Songs („Reason“ und „Dressed In Blue Shape“) wohldosiert ab und begeistern den geneigten Zuhörer vom ersten bis zum letzten Takt. Auf der mit 11 Highlights bespickten Scheibe gehören außerdem „Tokyo Brust“, eine Nummer die richtig sanft beginnt, sich aber im weiteren Verlauf zu einem ziemlich aggressiven …

RACCOONS – Origin

Lauschangriff – KW 03/19 RACCOONS – Origin (Rising Rocks Studio, VÖ 15.12.2018) Den Kenner meiner Sendung dürfte sicherlich nicht entgangen sein, dass mir persönlich die bayrische Rockszene ganz besonders am Herzen liegt, und ich deshalb auch immer ein offenes Ohr für Bands aus regionalen Gefilden habe. Eine Band, die mich als Support von SLEARS in der Asta/ Rosenheim im Oktober vergangenen Jahres schwer beeindruckt hat sind die RACCOONS. Die junge Band aus Rott am Inn hat vor Kurzem mit „Origin“ ihre Debüt-EP veröffentlicht und sich damit für den ersten ‚Lauschangriff’ im Jahr 2019 empfohlen. Der 7-Tracker (inklusive Outro) offenbart sich als unterhaltsamer Schmelztiegel aus Elementen von NIRVANA, RADIOHEAD, GREEN DAY, aber auch ein Hauch von GUNS N’ ROSES mit Anleihen von LED ZEPPELIN sind durchaus auszumachen. So was wie eine eigene Note – trotz der genannten Einflüsse – bekommt diese wirklich hörenswerte Melange allerdings erst durch das schmeichelnde Organ von Leadsängerin Selina Börmann, das gerade Songs wie den vehement groovenden Opener „Under The Surface“ oder das beschwingte „Remember Me“ zu echten ‚Earcatchern’ macht. Des Weiteren …

DOMINOE – The Lost Radio Show

Lauschangriff – KW 50/18 DOMINOE – The Lost Radio Show (Pride & Joy Music, VÖ 16.11.2018) Die Münchener Rockband DOMINOE wird auch 30 Jahre nach „Here I Am“, das 1988 durch die ‚R5’-Werbekampagne von Renault zum Welthit avancierte, leider immer noch völlig zu Unrecht nur auf ihre Debüt-Single reduziert. Dabei hat die Band um Gitarrist/ Produzent Robert Papst und Sänger Jörg Sieber seither fünf richtig gute – bisweilen großartige – Studio-Alben veröffentlicht, die aber einfach nicht die Aufmerksamkeit erwecken konnten, die sie eigentlich verdient hätten. Dieser Umstand ist wirklich kaum nachzuvollziehen, zumal jede dieser Scheiben mindestens einen Song enthält, der dem Hitpotenzial und der Qualität des eingangs erwähnten Smashers mindestens ebenbürtig ist oder selbigen sogar locker in die Tasche steckt. Mit „The Lost Radio Show“, legen sie nun eine ganz besondere „Best-Of“-Scheibe vor, denn es handelt sich dabei um eine Studio-Live-Session, die eigens – wie der Titel schon erahnen lässt – für eine geplante Radioshow eines englischen Senders mitgeschnitten wurde. Dabei wurden 15 Songs in ‚intimer’ Live-Atmosphäre festgehalten, die einen mehr als gelungenen Querschnitt durch …

GINGER RED – Donuts And Coffee

Lauschangriff – KW 46/18 GINGER RED – Donuts And Coffee (El Puerto Records, VÖ 26.10.2018) Obwohl ich ein ausgemachter Freak bin was den sogenannten ‚female fronted rock’ angeht, muss ich zugeben, dass ich dem weiblichen Geschlecht bei meinen bisherigen ‚Lauschangriff’-Themen zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt habe. Das liegt zu einem daran, dass Sängerin im Rock-Business immer noch eher der Minderheit angehören, und zum anderen, weil es nur wenige wirklich ernstzunehmende Frontfrauen gibt, die im Stande sind sich deutlich von der Masse abzuheben, um der männlichen Konkurrenz zu zeigen, wo der Hammer hängt. Eine der wenigen überzeugenden Ausnahmen ist ‚The Mad’ von GINGER RED. Bereits der energiegeladene Opener „Come Close“, zu dem Ausnahmegitarrist Frank Pané (BONFIRE/ SAINTED SINNERS) ein feuriges Gast-Solo beigesteuert hat, setzt sich sofort vehement in den Gehörgängen fest. Auch der erfrischende Titeltrack, der vorab als Single/ Video veröffentlicht wurde, schlägt in die selbe Kerbe. Deutlich heftiger und kantiger geht’s beim recht rotzig-sphärischen „So What“ zur Sache, bei dem Manni Schmidt (REFUGE/ ex-RAGE/ ex-GRAVE DIGGER) an der Gitarre zu hören ist. Etwas gedämpfter, aber nicht …

DAVID REECE – Resilient Heart

Lauschangriff – KW 45/18 DAVID REECE – Resilient Heart (Mighty Music, VÖ 09.11.2018) Das letzte Solo-Album („Compromise“) von Sänger DAVID REECE (SAINTED SINNERS/ ex-BONFIRE) liegt nun auch schon wieder über 5 Jahre zurück. Nachdem er zusammen mit Songwriter und Ausnahme-Gitarrist Frank Pané (BONFIRE) Anfang des Jahres mit „Back With A Vengeance“, dem Zweitling von SAINTED SINNERS, schon für ein echtes Highlight gesorgt hat, veröffentlicht der Wahl-Mailänder mit „Resilient Heart“ am 09. November endlich auch seinen dritten Solo-Streich. Eröffnet wird das Album mit „Anytime At All“, einem wahrlich kraftvollen Heavy Rocker, der in manchen Passagen an WHITESNAKE erinnert und im Vorfeld bereits als Video/ Single ausgekoppelt wurde. Gefolgt von der schnaubenden Dampflokomotive namens „Wicked City Blues“ und dem vehement stampfenden „Karma“. Als Highlights einer abwechslungsreichen Scheibe kristallisieren sich der modern-getrimmte Groover „Two Coins And A Dead Man“, der mit einem sehr melodischen und eingängigen Refrain zu fesseln weiß, sowie das mit einer progressiven Schlagseite versehene „Perfect Apocalypse“ und „I Don’t Know Why“ heraus. Letzteres beginnt wunderschön balladesk und entwickelt sich mit zunehmender Spieldauer zum knackigen Midtempo-Rocker, …

HEAVEN’S TRAIL – Lethal Mind

Lauschangriff – KW 43/18 HEAVEN’S TRAIL – Lethal Mind (Escape Music, VÖ 26.10.2018) Irgendwann im Jahr 2014 unter dem Banner CRUEL DAZE gestartet, kommt dieser Tage endlich das heißerwartete Debüt von HEAVEN’S TRAIL via Escape Music in den Handel. Für „Lethal Mind“ hat sich Ausnahme-Gitarrist, Songwriter und Produzent Barish Kepic (ex-JADED HEART/ POWERWORLD/ EVIDENCE ONE) nicht nur Sänger Rick Altzi und Schlagzeuger Kevin Kott (beide MASTERPLAN/ ex-AT VANCE) ins Boot geholt, sondern hat erstmals seit seinem letzten Album mit JADED HEART („Helluva Time“/ 2005) auch wieder mit seinem alten Band-Kumpel Michael Müller (Bass) zusammengearbeitet. Vorab wurde uns mit „On The Rise“ schon ein richtig starker und richtungsweisender Song als Lyric-Video kredenzt, doch „Lethal Mind“ hat noch viel mehr Heavy Rock/ Metal-Hochkaräter am Start. Angefangen vom eröffnenden Titeltrack, der nach kurzem verspielten Keyboard-Intro gleich mächtig in die Vollen geht und gewaltig aus den Boxen bläst, oder dem spannungsgeladenen und raffiniert arrangierten „Changes“ über die von VICTORY-Frontmann Jioti Parcharidis eingesungene Killernummer „Feed My Soul“ und das leicht progressive angelegte „Hold The Flame“ bis hin zu „Walking In …

BONFIRE – Legends

Lauschangriff – KW 42 & 44/18 BONFIRE – Legends (AFM Records, VÖ 19.10.2018) Mit „Legends“, dem neuen Doppelalbum von BONFIRE, liegt mir – nach „Remember… Yesterday“ von MICHAEL VOSS – bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr eine Veröffentlichung mit Cover-Versionen zur Besprechung und somit auch zum ‚Lauschangriff’ vor. Zur Einstimmung auf ihre „BONFIRE & FRIENDS – A Night With Rock Legends“-Tour, bei der u. a. so namhafte Musiker wie JOE LYNN TURNER (ex-RAINBOW/ ex-DEEP PURPLE), Bobby Kimball (ex-TOTO) oder U.F.O.-Urgestein Phil Mogg mit von der Partie sein werden, hat sich die Band nun einer erlesenen und umfangreichen Sammlung an Klassikern angenommen und diese äußert gekonnt auf ein Doppelalbum gebannt. Zu den unsterblichen und allseits bekannten Songs der bereits genannten Bands gesellen sich – neben vielen anderen – auch noch Hits von ROBIN BECK („Save Up All Your Tears“) oder HARDLINE („Dr.Love“) sowie HOUSE OF LORDS („I Wanna Be Loved“). Mit diesem ‚Soundtrack’ nehmen uns BONFIRE abendfüllend und äußerst unterhaltsam mit auf ihre Zeitreise durch die 70er, 80er sowie die beginnenden 90er und machen somit …

LIONCAGE – Turn Back Time

Lauschangriff – KW 38/18 LIONCAGE – Turn Back Time (Pride & Joy Music, VÖ 21.09.2018) Schon im Sommer 2015 als die neue AOR/ Melodic Rock-Band mit ihrem Debüt „Done At Last“ erstmals auf sich aufmerksam machen konnte, habe ich mich zu der Aussage hinreißen lassen, dass LIONCAGE wohl in der Lage sein würden, die schmerzliche Lücke, die FRONTLINE hierzulande hinterlassen haben, in naher Zukunft zu füllen. Dieser Tage veröffentliche LIONCAGE nun mit „Turn Back Time“ ihren bereits dritten Streich. Waren die Herrschaften um die Bandgründer Lars König (Gitarre), Sänger Thorsten Bertermann und Torsten Landsberger (Schlagzeug) auf den beiden ersten Werken noch vorwiegend in seichteren Westcoast-Gefilde zugange, so schallen die zwölf Songs auf dem neuen Silberling doch deutlich abwechslungsreicher und unüberhörbar rockiger aus den Lautsprechern. Da wären beispielsweise der spannend arrangierte Opener „Heaven’s Gate“ oder das überraschend ‚kantige’ „Black Water“, zu dem die Band vorab bereits ein recht lässiges Video produziert hat, sowie die Hammernummer „So Long Ago“, zwecks der man LIONCAGE fast schon in einem Atemzug mit JOURNEY oder SURVIVOUR nennen darf. Auch Songs wie …

DORO – Forever Warriors, Forever United

Lauschangriff – KW 37/18 DORO – Forever Warriors, Forever United (Nuclear Blast, VÖ 17.08.2018) Leute, wie rasend schnell doch die Zeit vergeht! Es sind doch tatsächlich schon wieder sechs Jahre seit dem letzten echten Studioalbum („Raise Your Fist“/ 2012) von DORO ins Land gezogen. Zwar wurde uns als Überbrückung im letzten Herbst mit „Für Immer“ eine recht amtliche Zusammenstellung ihrer deutschsprachigen Songs (inkl. drei neuer Nummern) über ihr eigenes Label Rare Diamonds Records kredenzt, aber eben kein ‚vollwertiges’ neues Album. Dies holt die Düsseldorferin nun mit ihrem 20. Studioalbum mehr als gebührend nach, denn im Grunde genommen veröffentlicht DORO mit „Forever Warriors, Forever United“ gleich zwei für sich eigenständige Alben. Eben zum einen „Forever Warriors“, in dem sich DORO als unbeugsame Verfechterin in Sachen Heavy Metal präsentiert und zum anderen „Forever United“, auf der sie sich von ihrer eher empfindsamen, grundehrlich emotionalen Seite zeigt. Eröffnet wird „Forever Warriors“ von „All For Metal“, einer Stadion-Hymne, die in Zukunft vielleicht neben einem Klassiker wie „All We Are“ eine feste Institution in der Live-Setlist werden könnte. Dem stehen …

Circus Of Fools – Rex

Das Album der Woche – KW 35/2018 Circus Of Fools – Rex (Bleeding Nose Records, V.Ö. 31.8.2018) Der Zirkus kommt in die Stadt und mit ihm sieben gar düster anzusehende Narren in schwarz-weiß. Im Gepäck haben sie mit „Rex“ ihr zweites Album, das nach dem selbstproduzierten Vorgänger „Raise The Curtain“ zugleich das Label-Debut darstellt. Angeführt wird die Clowns-Horde von Tim Strouken, dem Harlequin, der mit seinen knurrig-fies-bösen Shouts durch’s Programm peitscht, sowie Caro ‚La Columbina‘ Saia, die mit ihrer wunderbar warmen Stimme den perfekten Gegenpart darstellt. Ihr neuestes Programm ist eine irrwitzige Mischung aus heftigen Melodic Death Metal-Eruptionen, die mit herzergreifendem Gothic Rock eine faszinierende Liaison eingehen.

Lord Of The Lost – Thornstar

Das Album der Woche – KW 34/2018 Lord Of The Lost – Thornstar (Napalm Records, V.Ö. 3.8.2018) „Dark Rock and Metal“, so einfach wie genial treffend beschreiben die St. Paulianer Lord Of The Lost ihren Stil selbst. Gothic meets Metal meets große Rock-Melodien. 2007 urspünglich als Soloprojekt von Sänger und Gitarrist Chris Harms gegründet, legt die Band 2018 nun ihr bereits achtes Studioalbum vor und nach dem konzeptuell sehr ruhig gehaltenen Vorgänger „Swan Songs II“ kommen auf dem neuen Werk „Thornstar“ die Gitarren wieder richtig fett zum Einsatz.

Dee Snider – For The Love Of Metal

Das Album der Woche – KW 32/2018 Dee Snider – For The Love Of Metal (Napalm Records, V.Ö. 27.7.2018) Ein Album, das man alleine schon aufgrund seines schönen Titels „For The Love Of Metal“ lieb haben muss! Ein Titel, der natürlich auch Erwartungen schürt, die es zu erfüllen gilt. Aber Twisted Sister-Frontmann Dee Snider ist ja nicht irgendwer, sondern ein alter Hase in der Szene, der ganz genau weiß, was er macht und wie er es gut macht.

MAD MAX – 35

Lauschangriff – KW 32/18 MAD MAX – 35 (Steamhammer/ SPV, VÖ 10.08.2018) Nachdem MAD MAX vor ziemlich genau 3 Jahren für ihre Best Of-Scheibe „Thunder, Storm & Passion“ die besten Songs der Album Nr. 2 – 4 neueingespielt haben, melden sich die Münsteraner am Ende nächster Woche mit ihrem neuen, mittlerweile 12ten Studioalbum „35“ zurück. Wieder Titel schon erahnen lässt, feiert die Band um Gitarrist Jürgen Breforth und Sänger/ Gitarrist Michael Voss mit dieser Scheibe ihr 35jähriges Bestehen. Vorab wurde uns ja schon mit „Beat Of The Heart“, zu dem die Band auch einen hochamtlichen Videoclip (man könnte fast sagen: einen ausdrucksstarken Kurzfilm in bester Spielfilmqualität) veröffentlicht hat, ein Song als Single kredenz, welche die unbändige Spielfreude und die ungebrochenen Liebe zu ihrer Musik widerspiegelt. In diese Kerbe schlägt für mich auch der erfrischend flotte Opener „Running In Paradise“ sowie der schwindelerregende Groover „D.A.M.N.“, während das deutlich aggressiv-donnernde  „Shadowdance“ irgendwie ein klein wenig aus dem Rahmen von „Thirty 5“ fällt, aber der Scheibe somit auch unweigerlich das gewisse Etwas verleiht. Meine weiteren Favoriten auf einer …

Powerwolf – The Sacrament Of Sin

Das Album der Woche – KW 30/2018 Powerwolf – The Sacrament Of Sin (Napalm Records, V.Ö. 20.7.2018) Seit nunmehr 15 Jahren machen die Saarländer Powerwolf die Szene unsicher mit ihrer ganz eigenen Mischung aus Power Metal Hymnen, sakralen Kirchen-Chorälen und schön blasphemischen Lyrics. Auch Album Nummer sieben macht da natürlich keine Ausnahme, schon gar nicht, weil der Titel „The Sacrament Of Sin“ natürlich verplichtet.

ANDY SUSEMIHL – Elevation

Lauschangriff – KW 30/18 ANDY SUSEMIHL – Elevation (SM Noise Records, VÖ 05.02.2018) ANDY SUSEMIHL wird den meisten unter unseren Stammzuhörern/-lesern in erster Linie als Gitarrist von SINNER („Dangerous Charm“/ „No More Alibis“) und U.D.O. („Mean Maschine“) ein Begriff sein. Im Februar diesen Jahres hat er mit „Elevation“ sein mittlerweile fünftes Studioalbum veröffentlicht, welches nun mit gehöriger Verspätung trotzdem noch zu ‚Lauschangriff’-Ehren kommt. Soviel schon vorab: Es ist ein sehr abwechslungsreiches und kurzweiliges Album geworden, das sich nicht so leicht in eine bestimmte Schublade stecken lässt. Angefangen vom spritzig vorwärtspreschenden Opener „Sick Of The Rain“ über das Westcoast-lastige „Afterworld“ und den eingängigen Stamper „Dinosaurs“ bis hin zum swingenden Groove-Monster „Something On The Way“ bietet die Scheibe eine unterhaltsame Vielfalt, die sich ganz nach meinen Geschmack gestaltet. Als weitere Anspieltipps drängen sich der geschmeidige Midtempo-Groover „Aeroplane“ sowie der Blues-getränkte Schleicher „Center Of The Universe“ auf. Aber auch das lässige Cover von „Personal Jesus“ soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, denn jenes läuft meiner bisherigen Lieblingsversion des DEPECHE MODE-Klassikers – nämlich derer von MARILYN MANSON – …

Debauchery vs. Balgeroth – In der Hölle spricht man Deutsch

Das Album der Woche – KW 29/2018 Debauchery vs. Balgeroth – In der Hölle spricht man Deutsch (Massacre Records, V.Ö. 13.7.2018) Debauchery polarisieren! Soviel steht fest! Debauchery treiben seit jeher alle Klischees der Metal Szene vor sich her und strapazieren diese bis an die Grenze des Erträglichen und zum Teil mit ihren bluttriefenden und sehr freizügigen Bühnenshows auch ganz gezielt weit darüber hinaus. Was für die einen großartige Gore-Unterhaltung darstellt, ist für die anderen einfach nur plumpe Provokation.

Atrocity – Okkult II

Das Album der Woche – KW 28/2018 Atrocity – Okkult II (Massacre Records, V.Ö. 6.7.2018) Atrocity waren schon immer so etwas wie die Weltenwanderer des düsteren Metals. Ihre Wurzeln haben die Ludwigsburger ganz klar im Death Metal, aber bereits auf ihrem Drittwerk „Blut“ von 1994, das bis heute von vielen als Atrocity’s Referenzwerk angesehen wird, flossen erste Gothic- und Düster-Einflüsse in den Sound ein, denen man sich in Folge noch weit öffnen sollte.